Obstarboretum-Olderdissen

Newsletter

Bei Interesse an den Angeboten des Obst-Arboretums können Sie sich in unseren Mail-Verteiler eintragen lassen. Dazu schreiben Sie uns einfach eine kurze E-mail an die Mail-Adresse alte-apfelsorten(at)web.de mit dem Betreff ‚E-mail-Verteiler‘ oder ‚Newsletter‘.

Dann erhalten Sie Infos über Hofladen-Angebote, Führungen oder sonstige Veranstaltungen rund ums Obst-Arboretum, sowie auch mal den ein oder anderen fachlichen Tip rund um das Thema Obstsorten und Streuobst. Unser Newsletter erscheint in unregelmäßigen Abständen.

Falls Sie sich aus dem Verteiler wieder austragen möchten, reicht ebenfalls eine kurze E-mail an alte-apfelsorten(at)web.de.

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Newsletter vom 12.12.25

Dank zum Jahresende

Liebe Obst-Interessierte,

nachdem ich nun fast zehn Jahre im Obstaboretum tätig bin lesen Sie heute von mir – Simon Avenwedde – einen ersten Rückblick auf das bald endende Jahr:

Im kleinen Kosmos Obsarboretum endet das Jahr, wie es begonnen hat, mit dem Winterschnitt der Obstbäume. Eine langwierige Tätigkeit – schneiden wir doch jedes Jahr mehrere tausend Obstbäume. Schnitt für Schnitt. Baum für Baum.

Beim Winterschnitt fällt jetzt schon auf, dass die meisten Obstbäume sehr viele Blütenknospen angesetzt haben. Dies ist möglich, entgegen der allgemeinen Auffassung, dass die Obstbäume nach einem starken Ertragsjahr nur einen geringen Ertrag liefern könnten.
Es ist jedoch leicht zu erklären, wenn man weiß, wann im Jahr der Obstbaum die Blütenknospen für das Folgejahr anlegt – nämlich in den drei Wochen nach der diesjährigen Blüte an. Dies ist in der Regel im Mai und Juni. In dieser Zeit wägt der Obstbaum ab, ob er genug Energie aufbringen kann, um Blütenknospen zu bilden. 
Ein starker Fruchtbehang belastet den Obstbaum, sodass er in machen Jahren – mit Früchten voll hängend – keine Blütenknospen für das Folgejahr ansetzt. Das Frühjahr 2025 war jedoch so reich an Sonnenlicht und die Blätter waren durch die anhaltende Trockenheit so gesund (das heißt frei von schwächendem Pilzbefall), dass die Obstbäume in dieser entscheidenden Zeit von Mai und Juni genug Energie sammeln konnten, um trotz Obstbehang parallel Blütenknospen zu bilden.
So ist es zu erklären, dass manchmal zwei Vollertragsjahre aufeinanderfolgen können. Vorausgesetzt, ist natürlich immer dass die Obstblüte keinem Nachtfrost zum Opfer fällt. In der Zeit der Obstblüte muss ich immer an einen Spruch denken den ich im Balken eines alten Bauernhaus gelesen habe: „Wir pflügen und wir bestellen das Land, doch das Jahr liegt in des Höchsten Hand.“

Die großen Obsthöfe helfen sich heute bei Blütenfrost zumeist mit einer (sehr wasser-intensiven) Frostschutzberegnung, was aber bei unseren Hochstämmen und größeren Baumformen sowie den auseinander liegenden Streuobstflächen kaum infrage kommt. 

Da wir 2025 witterungsbedingt gut durch die Obstblüte gekommen sind, können wir auch weiterhin ausschließlich die eigenen Äpfel anbieten – aktuell sind das im Hofladen die folgenden Sorten:
Schöner aus Nordhausen, Finkenwerder Prinz, Roter Boskoop, Ananasrenette, graue Herbstrenette, Holsteiner Cox sowie mit Nelkenapfel und Ravensberger auch zwei regionale Sorten, außerdem bei den Birnen jetzt die Gräfin aus Paris und eine historische Nashi-Birne. Am Freitag vor Weihnachten kommt als i-Tüpfelchen noch Karmijn de Sonnaville dazu.

Dankbar schauen wir zurück auf ein Jahr mit einer großartigen Obsternte. Vom Beerenobst über Aprikosen und Pflaumen bis hin zu einer gigantischen Apfelflut, derentwegen wir im September „SOS“ gefunkt haben.

Dankbar schauen wir aber auch auf die Wochen nach diesem SOS, in denen Sie, in denen wir viel Unterstützung durch Sie erhalten haben und wodurch weitgehend vermieden werden konnte, dass Äpfel auf dem Kompost landen (Unterstützung erhielten in diesem Jahr auch die Bielefelder ‚Tafeln‘). Am Ende der Saison waren dann auch die Tanks und Flaschen der Mostereien voll und wir mussten unsere letzte Obstannahme-Aktion für den Apfelsaft leider stornieren. Auch bei uns liegt daher jetzt noch der ein oder andere kleinere Apfel unter den Bäumen.

Dankbar sind wir ebenfalls für die Spenden, die unser neu gepflanztes Birnen-Arboretum (in dem mittlerweile 158 verschiedene Birnensorten stehen) erreichten (siehe Foto unten). Mithilfe dieser Spenden konnten wir für diese Fläche einen Schlegelmulcher teilfinanzieren.

Wir schauen aber auch zurück auf Themen die hier angesprochen wurden obwohl sie außerhalb des kleinen Kosmos Obst-Arboretum liegen, wie den Gaza-Krieg, die Deregulierung des Gentechnikrechts oder neue Regelungen im Saatgutrecht.

Lassen Sie uns bei solch langwierigen Prozessen nur nie die Hoffnung verlieren!

Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten eine erfreuliche Adventszeit.
Ihr Simon Avenwedde

P.S. „Zwischen den Jahren“ haben wir ausnahmsweise am Samstag geöffnet (Samstag 27.12.) – mit einer etwas veränderten Uhrzeit (11-17 Uhr)

Birnen-Arboretum Bielefeld-Hoberge-Uerentrup (2025)

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Newsletter vom 17.10.25

Termin Mostobst-Annahme 22.10. fällt aus! / Äpfel selbst ernten im Obst-Arboretum (17./18.10.) / Äpfel selbst ernten bei Witzenhausen (19./20.10.)

Liebe Obst-Interessierte,

als erstes an dieser Stelle ein großes Dankeschön für die vielfältige Unterstützung, die wir nach unserer „SOS-Mail“ vom 2. Oktober bekommen haben!! Viele haben die E-mail kopiert und über verschiedene Kanäle weitergereicht. Ganz ohne unsere eigene Initiative haben sich darüber auch die Lokalzeitungen und der WDR gemeldet und über das Obst-Arboretum und die Obstschwemme dieses Jahres berichtet, so dass wir am letzten Freitag alle Hände voll zu tun hatten! Zahlreiche Besucher des Hofladens nahmen eine ganze Kiste ‚Jakob Fischer‘ zum Sonderpreis mit, einige Kisten gingen auch an die ‚Tafel‘ und der Biohof ‚Vier Jahreszeiten‘ in Avenwedde hat unsere Äpfel seit letzter Woche mit in seinen Vertrieb genommen. Auf diese Weise konnten wir jetzt u.a. jeweils 300 kg ‚Jakob Fischer‘ und 300 kg ‚Gravensteiner‘ aus dem Lager räumen und Platz schaffen für die Einlagerung unserer Wintersorten. 

I. Äpfel selber ernten am 17.10./18.10.25 (Obst-Arboretum Bielefeld) 
Hier in der Sortenpflanzung des Obst-Arboretums mit seinen fast 400 Apfelsorten haben wir jetzt unsere selektive Tafelobsternte abgeschlossen. Was jetzt noch hängt, bieten wir für den heutigen Freitag (12-19 Uhr) sowie den morgigen Samstag (14-18 Uhr) zur Selbsternte an! D.h. es besteht gleichzeitig die Möglichkeit, sich draußen an den Bäumen durch die Sortenvielfalt zu probieren (in den meisten Bäumen hängen Schilder, um welche Sorte es sich jeweils handelt) und ggf. einen persönlichen Vorrat zu ernten. Für alle Äpfel, die selbst geerntet und mitgenommen werden, berechnen wir einheitlich 1,50/kg. Alles, was draußen in der Anlage probiert wird, ist dagegen kostenlos! 

Für die Selbsternte empfiehlt es sich, Kisten/Eimer und Gummistiefel mitzubringen (das Gras bleibt jetzt im Herbst nass), für höher hängende Früchte ggf. auch einen Apfelpflücker. Wer viele verschiedene Sorten probieren und mitnehmen möchte, schreibt die Sortennamen am besten vorsichtig mit Kugelschreiber odere Filzstift auf die Früchte.

Alle, die selber pflücken möchten: Bitte am Freitag zunächst im Hofladen melden und das Leergewicht der mitgebrachten Behältnisse wiegen lassen (ansonsten schätzen wir das Gewicht am Schluss). Am Samstag 14-18 Uhr ist der Hofladen aus diesem Anlass ebenfalls geöffnet.

II. Äpfel selber ernten am 19.10. (Demonstrationsanlage alter Sorten bei Witzenhausen)

2020 haben Hans-Joachim Bannier (Obst-Arboretum Bielefeld), Niklas Richelshagen (Obstbauer aus Sudheim bei Göttingen) und Robert Görlitz (Betreiber einer mobilen Mosterei in Witzenhausen) bei Witzenhausen eine Bio-Versuchs- und Demonstrationsplantage mit ca. 40 robusten alten Sorten gepflanzt, in der wir (ebenso wie im Obst-Arboretum Bielefeld) auf intensiven Pflanzenschutz verzichten. Dort wollen wir zeigen, dass ein Apfelanbau auch ohne den üblichen intensiven Pflanzenschutz möglich ist, wenn man die richtigen (robusten) Sorten pflanzt. In die Pflanzung integriert ist außerdem ein Lehrpfad über die Geschichte der Apfelsorten vom Mittelalter bis zur modernen Züchtung, in dem ca. 100 Sorten mit je einem Busch aufgepflanzt sind, siehe www.obst-arboretum-bielefeld.de/Projekte/

Auch dort ist unsere Ernte jetzt weitgehend erledigt, es hängt aber noch einiges an Äpfeln – insbesondere in den Reihen des Lehrpfads. Auch dort bieten wir jetzt einmalig die Möglichkeit einer Selbsternte an, und zwar am kommenden Sonntag (19.10.) von 14-18 Uhr. Die Plantage liegt in schöner Umgebung an der Werra, bei der Ortschaft Ermschwerd (Geo-Koordinaten: 51°22’03.4″N 9°48’16.2″E ). Auch hier gilt: Eigene Kisten oder Eimer mitbringen sowie Gummistiefel, da das Gras nass ist und wir in der Plantage keinen Golfrasen haben! Auch hier gilt: Bio-Äpfel zum Selbst-Ernte-Preis von 1,50 €/kg.

Bei Interesse an einer Selbsternte in Ermschwerd kurz per E-mail anmelden (an: alte-apfelsorten@web.de), das erleichtert uns die Planung!

III. Äpfel selber ernten am 20.10. (Streuobstwiese bei Göttingen)

Neben der o.g. Plantage bei Witzenhausen bewirtschaftet die Bannier/Görlitz/Richelshagen GbR auch noch eine Bio-Streuobstwiese bei Elkershausen (südlich von Göttingen). Die in den 2000er Jahren gepflanzten Hochstämmbäume tragen in diesem Jahr überwiegend reich und auch hier bieten wir jetzt die Selbsternte an, und zwar am kommenden Montag (20.10.) von 14-18 Uhr. Hier können noch vollreife ‚Alkmene‘ oder ‚Prinz Albrecht v. Preußen‚ ebenso geerntet werden wie auch diverse attraktive Spätherbst- bzw. Wintersorten (z.B. ‚Schöner aus Nordhausen‘, ‚Boskoop‘, ‚Auralia‘ u.a.). Auch hier bitte an Gummistiefel denken (sowie Regenkleidung, da es evt. etwas nieseln kann) sowie auch an Leiter oder Apfelpflücker (wir stellen aber ggf. auch Leitern zur Verfügung). Auch hier ist der Abgabepreis bei Selbsternte 1,50 €. Bei Interesse an einer Teilnahme bitte ebenfalls eine kurze Mail an alte-apfelsorten@de senden!  Und hier die Geo-Koordinaten der Fläche: 51°25’14.4″N 9°53’10.1″E

IV. Unser Mostobst-Annahmetermin am 22.10. fällt aus!

An unseren bisherigen 3 Mostobst-Annahmeterminen sind wir in diesem Jahr „zugeschüttet“ worden wie schon jahrelang nicht mehr. Daher müssen wir den ursprünglich am 22.10. bei der Mosterei Bardeldrees in Halle/Westf. leider absagen. 

Zusätzlich zu unserem eigenen Obst haben wir bei den ersten 3 Terminen bereits solche Mengen Äpfel erhalten, dass wir keine Möglichkeit sehen, noch weitere Äpfel anzunehmen, weil wir nicht sehen, dass wir anschließend auch entsprechende Mengen Apfelsaft vermarkten können. Die Apfelschwemme betrifft in diesem Jahr nicht nur den gesamten Raum Ostwestfalen, sondern weite Teile Nord- und Mitteldeutschlands. Daher besteht für uns auch kaum die Chance, einen Apfelsafttank an andere Streuobst-Aufpreissaftprojekte weiterzuleiten (zumal wir deutlich höhere bzw. fairere Preise für die Streuobst-Mostäpfel gezahlt haben als die meisten anderen). 

Wir bitten um Verständnis ! 

Vielleicht nehmen die Mostereien der Region [Barteldrees (Halle), Feldmann (Isselhorst9, Wernicke (Helpup), Campe (Bexten)] oder die ein oder andere mobile Mosterei ja noch Äpfel an, wenn sie nicht ihrerseits schon alle Tanks und Flaschen gefüllt haben und daher ebenfalls Annahmestop haben. Ansonsten bleibt noch der Weg, größere Mengen auch einer Obst-Lohnbrennerei anzubieten oder kleinere Mengen selber zu Apfelmus oder Dörrobst zu verarbeiten…

V. Apfel-Quitten-Saft wieder vorrätig

Nach längerer Pause haben wir jetzt endlich wieder Apfel-Quitten-Saft sowie Birnensaft und Apfel-Birnensaft im Angebot, die 3-Frucht-Mischung Apfel-Birne-Quitte folgt demnächst.

Wer noch frische Quitten sucht, um daraus „Quittenbrot“, „Quittenleder“ oder sonstige Spezialitäten herzustellen (oder auch nur ein paar Quitten ins Zimmer legen möchte, um den Quittenduft im Raum zu haben), sollte sich beeilen, denn frische Quitten haben wir nur aktuell (bzw. maximal die nächsten 2-3 Wochen) vorrätig! 

VI. Termine auch auf der Homepage

Und noch der Hinweis: Unsere Termine können i.d.R auch auf unsere Homepage abgerufen werden (unter https://obst-arboretum-bielefeld.de/fuehrungen-und-termine/ ), desgleichen (z.T. in verkürzter Form) auch unsere letzten Newsletter. 

Soweit unsere Nachrichten aus der Obstschwemme… ! 

Herzliche Grüße
Hans-Joachim Bannier

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Newsletter vom 2.10.25

Liebe Obst-Interessierte,

eine alte Obstbauernweisheit sagt, dass ein zu gutes Obstjahr wirtschaftlich ein schlechtes Obstjahr sein kann. Von dieser Paradoxie sind wir vom Obst-Arboretum Olderdissen im Moment betroffen. Denn einerseits haben wir eine der reichsten Ernten seit Bestehen des Betriebes, andererseits geht unser Verkauf an andere Hof- und Bioläden in Bielefeld und Umgebung gerade fast gegen Null. Die Gründe dafür sind vielfältig: in Zeiten, in denen viele Menschen selbst Obst im Garten haben oder an Nachbarn weitergeben, sinkt der Apfelverkauf naturgemäß; der Preis unserer Äpfel (gegenüber den Wiederverkäufern) ist i.d.R. nicht die Ursache, eher die „Ungewohntheit“ unserer alten Sorten im laufenden Geschäft der Läden, und dass sie nicht immer das Mainstream-Aussehen oder den Mainstream-Geschmack haben; Regionalität hat im Vermarktungsgeschäft leider sehr nachrangige Priorität).

Unser Kühllager platzt aus allen Nähten und wir müssen bald einen Teil unserer Herbstsorten aus dem Lager nehmen, um Platz für die Winter- und Langlagersorten zu schaffen.

Daher funken wir ‚SOS‘ – mit dem Aufruf an alle Kunden und ‚Sympathisanten‘ unseres ‚Arche-Hofs‘ für traditionelle Obstsorten, uns beim Absatz von Äpfeln (und Birnen) zu unterstützen! 

o Wer direkten Draht z.B. zu Kindergärten, Schul- oder Firmenkantinen (oder ähnlichem) hat, möge uns bitte dort weiterempfehlen und unsere Kontaktdaten weitergeben (wir sind ja inzwischen unter www.obst-arboretum-bielefeld.de zu finden)! Bei Abnahme unserer Frühherbstsorten (z.B. Jakob Fischer, Gravensteiner, Seestermüher Zitronenapfel, Biesterfelder Renette) geben wir Großabnehmern größere Preisnachlässe, weil wir in unserem Lager Platz schaffen müssen für die Langlagersorten (die wir in diesem Jahr schon 2 Wochen eher ernten müssen als in anderen Jahren). Das Ganze mit der Garantie, dass unsere Äpfel ungespritzt sind (und die meisten auch für Allergiker verträglich!). 

o Wer sich privat mit einer Kiste Äpfel eindecken möchte, bekommt jetzt bei den oben genannten Frühherbstäpfeln (Jakob Fischer, Gravensteiner, Seestermüher Zitronenapfel, Biesterfelder Renette) 25% Rabatt, bei den „mittelspäten“ Herbstsorten (wie z.B. Graue Herbstrenette, Rote Sternrenette, Dülmener Rose sowie der Birne ‚Köstliche von Charneux‚) 15% und bei Winteräpfeln (wie z.B. Boskoop, Finkenwerder Prinz) 10%. 

Am Freitag 3. Oktober (Feiertag) ist unser Hofladen von 12-19 Uhr geöffnet !  

Wer also überlegt, sich mit einer Kiste Obst einzudecken, komme gern am jetzigen Freitag 12-19 Uhr vorbei (oder vereinbare ggf. einen Termin für einen anderen Abholtag).

Auch wer sich noch mal mit Äpfeln für Apfelmus eindecken und dafür Fallobst aufsammeln möchte (bei Kosten von 1.- €/kg), sollte sich beeilen, denn aufgrund der klimatischen Umstände diesen Jahres ist die Ernte bei uns bald ‚durch‘ und das Aufsammeln nur noch kurze Zeit möglich. 

Darüber hinaus sind wir auch am Samstag 4.10. und Sonntag 5.10. mit einem Obststand am Ramsbrockshof (Ramsweg 2) auf dem Jubiläumsfest des Geflügelzucht- und Gartenbauvereins Bielefeld-Ummeln vertreten! 

Alternativ sind wir auch für Hinweise dankbar, wo in Bielefeld oder näherer Umgebung Kühllager-Kapazitäten nicht genutzt werden, so dass wir ggf. Äpfel dort einlagern könnten ! 

Birnensaft und Apfel-Birnen-Saft wieder vorrätig ! 

Die oben zitierte Apfelbauern-Weisheit – und unser SOS-Funkspruch – betreffen auch das Thema Fruchtsäfte. Insbesondere weil wir Streuobstbesitzer/innen faire Preise zahlen (mit 27.-/Doppelzentner das Doppelte bis Dreifache dessen, was in Deutschland Mostereien vergüten), werden wir in diesem Streuobst-Rekorderntejahr „zugeschüttet“ mit Äpfeln und Birnen. Da gleichzeitig die Mosterei in Halle, die einen Teil unseres Obstes verarbeitet, nicht über größere Lagerkapazitäten verfügt (wir selbst ebenfalls nicht), auch hier unsererseits der Aufruf: 

Wer ohnehin jetzt oder bald sich mit Saft eindecken möchte, besuche uns bitte am kommenden Freitag 3.10. (oder mache bei größerer Kisten-Abnahme einen separaten Abholtermin aus)!  

Ab sofort ist auch Birnen- und Apfelbirnensaft wieder verfügbar, der Apfel-Quitten-Saft wird ab ca. 15. Oktober folgen. 

Aufgrund des Mostereiwechsels und einer veränderten Lagerlogistik müssen wir den Preis unserer Säfte leider um 10 ct/Fl. erhöhen. Bei Abnahme von 10 Kisten bekommt man den Saft jedoch vergünstigt und dadurch mit dem bisherigen Preis! 

Termin für die Bestimmung von Apfel- und Birnensorten

Am 4.+5. Oktober die Jubiläumsveranstaltung des Geflügelzucht- u. Gartenbauvereins Bielefeld-Ummeln (zum 100jährigen Bestehen des Vereins) auf dem Ramsbrockshof in Bielefeld Ummeln (Ramsweg 2, 33647 Bielefeld) gibt es jeweils von 13-17 Uhr die Möglichkeit einer Sortenbestimmung. Die Besucher der Veranstaltung erwartet an beiden Tagen ein buntes Programm mit vielen Markständen.

Sonderführung „kreuz und quer“ durch den Apfelgarten des Obst-Arboretums am 3.10. 

—> Die Führung am 3.10. um 10 Uhr ist inzwischen ausgebucht, daher bitte jetzt nicht mehr anmelden! 

Die Führung dauert voraussichtlich mindestens 3 Std. und da sich viele Teilnehmer/innen angemeldet haben, können wir den Preis von 18.- ermäßigen, indem sich alle kostenlos ein Kilogramm Äpfel entweder während der Führung pflücken oder anschließend im Hofladen zusammenstellen können (im Preis inbegriffen). Dafür bitte auch noch etwas Zeit einplanen !! 

Zur Erinnerung hier noch mal ein paar Hinweise: Da am 3.10. gleichzeitig auch der Hofladen geöffnet ist, stehen für die Teilnehmer der Führung am Obst-Arboretum leider keine Parkplätze zur Verfügung! daher PKW’s bitte in der Umgebung parken (oder auf dem Parkplatz des Tierparks)oder noch besser per ÖPNV kommen mit der Bus-Linie 24 ab Jahnplatz (vor Commerzbank) – halbstündlich ab Jahnplatz, jeweils bis zur Haltestelle An der Wolfskuhle, von dort ca. 5 Min. Außerdem bitte an Gummistiefel oder anderes wasserfestes Schuhwerk denken, und es empfiehlt sich, Kugelschreiber und Notizblock dabei zu haben ! 

Herzliche Grüße
Hans-Joachim Bannier

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Newsletter vom 19.09.25

In den letzten Wochen haben wir (per Post oder im Hofladen) zahlreiche Fruchtproben erhalten mit der Bitte um die Bestimmung der jeweiligen Apfel- oder Birnensorte. Alle Einsender möchten wir z.Zt. noch um Geduld bitten, was die Bearbeitung der Proben betrifft. Aufgrund unserer eigenen großen Ernte staut sich die Arbeit an allen Ecken und Enden. Im Moment können wir daher im Hofladen keine weiteren Fruchtproben mehr annehmen. Ich möchte stattdessen verweisen auf 2 Veranstaltungen, auf denen ich für die Bestimmung von Apfel- und Birnensorten präsent bin:

Termine für die Bestimmung von Apfel- und Birnensorten

  • 4.+5. Oktober die Jubiläumsveranstaltung des Geflügelzucht- u. Gartenbauvereins Bielefeld-Ummeln (zum 100jährigen Bestehen des Vereins) auf dem Ramsbrockshof in Bielefeld Ummeln (Ramsweg 2, 33647 Bielefeld). Die Möglichkeit einer Sortenbestimmung besteht an beiden Tagen jeweils 13-17 Uhr.  Die Besucher der Veranstaltung erwartet an beiden Tagen ein buntes Programm mit vielen Markständen. Von Seiten des Obst-Arboretums Olderdissen sind wir an beiden Tagen mit einem Apfelverkaufsstand vertreten, an dem wir ein breites Sortiment traditioneller Apfelsorten anbieten.
  • 27./28. September auf dem Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt (in der Duderstädter Marktstraße am Stand des Landschaftspflegeverbands Göttingen) jeweils 11-17 Uhr. Der LPV Göttingen präsentiert dort auch eine große Apfelsorten-Ausstellung und sonstige Infos zum Thema Streuobst.

Mostobst-Annahmetermine: 

Auch in diesem Jahr nehmen wir zu bestimmten Termin wieder ungespritzte Äpfel und Birnen aus Streuobst zum Mosten an, und zwar an den hier genannten Terminen jeweils 14-18 Uhr

– Mittwoch 24.9. (14-18 Uhr) bei der Mosterei Barteldrees, Lotkampsweg 9, Halle/Westfalen

– Mittwoch 8.10. (14-18 Uhr) bei der Mosterei Feldmann in Isselhorst (Postdamm 289).

Nur am 8.10. nehmern wir auch Quitten zum Mosten an ! 

Wichtige Hinweise zur Mostobst-Annahme: Die Früchte sollten frei von Faulstellen sein. Sie müssen nicht gepflückt sein, sondern die Bäume können auch geschüttelt und das Fallobst aufgesammelt werden – allerdings erst in der beginnenden Reife – keinesfalls sollten Früchte unreif und mit Gewalt abgeschüttelt werden (solche Früchte müssen wir zurückweisen, weil sie den Apfelsaft verderben).

Bei Birnen gilt die ‚Sonderregel‘, dass die Früchte hier hartreif (grün) abgeschüttelt werden sollten und nicht erst, wenn sie am Baum gelb werden (im letzteren Fall sind die meisten Sorten mehlig und geben nur noch wenig Saft). Auch hier gilt allerdings, dass sie erst geschüttelt werden sollten, wenn sie in der beginnenden Reife sind und auch leicht fallen (also auch hier nicht mit Gewalt unreife grasige Früchte abschütteln!).

Für Äpfel und Birnen zahlen wir in diesem Jahr 27.- € pro Doppelzentner, für Quitten 35.-/dz. 

Hofladen-Update / Apfelverkauf 3.-5. Oktober

Am heutigen Freitag bieten wir das letzte Mal Hauszwetschgen an, außerdem einen Rest unseres Einkochpfirsichs (zum Marmelade kochen).

An Birnen haben wir jetzt Gellerts Butterbirne, Stuttgarter Geishirtle und Köstliche von Charneux

An Apfelsorten sind jetzt in der Genussreife: Jakob Fischer, Gravensteiner, Discovery, Biesterfelder Renette, Schöner aus Wiedenbrück (und weitere Sorten).

Öffnungszeiten: Auch am Freitag 3. Oktober (Feiertag) hat unser Hofladen von 12-19 Uhr geöffnet!  

Außerdem sind wir am Samstag 4.10. und Sonntag 5.10. auf der Jubiläumsveranstaltung des Geflügelzucht- u. Gartenbauvereins Bielefeld-Ummeln auf dem Ramsbrockshof in Bielefeld-Ummeln (Adresse: Ramsweg 2) mit einem besonders breiten Apfelsortiment vertreten (11-17 Uhr).  

Sonderführung „kreuz und quer“ durch den Apfelgarten des Obst-Arboretums am 3.10. 

Die Saison unserer kostenlos angebotenen ‚Basis-Führungen‘ durch die Apfelpflanzung des Obst-Arboretums – mit Infos über den konventionellen und biologischen Obstbau sowie die Geschichte der Apfelzüchtung – haben wir mit den beiden Führungen am letzten Sonntag beendet. 

Sofern genügend Nachfrage besteht, bieten wir am Freitag 3.10. (Feiertag) um 10 Uhr eine Sonderführung „kreuz und quer durch den Apfelgarten“ an, bei dem wir zahlreiche empfehlenswerte Apfelsorten mit ihren Stärken und Schwächen vorstellen. Diese Führung dauert ca. 2,5 – 3 Std., der Teilnahmebeitrag beträgt 18.- €.

Hierbei können einige Sorten (sofern sie in der Genussreife sind) verkostet werden. Es empfiehlt sich, Kugelschreiber und Notizblock dabei zu haben ! 

Da am 3.10. gleichzeitig auch der Hofladen geöffnet ist, stehen für die Teilnehmer der Führung am Obst-Arboretum leider keine Parkplätze zur Verfügung !daher PKW’s bitte in der Umgebung parken (oder auf dem Parkplatz des Tierparks)oder noch besser per ÖPNV kommen mit der Bus-Linie 24 ab Jahnplatz (vor Commerzbank) – halbstündlich ab Jahnplatz, jeweils bis zur Haltestelle An der Wolfskuhle, von dort ca. 5 Min. zurücklaufen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich! (per E-mail: alte-apfelsorten@web.de), dazu bitte auch die Personenzahl angeben! (Sofern keine Absage unsererseits erfolgt, ist der Termin bestätigt). Da wir keinen ‚englischen Rasen‘ haben und das Gras oft noch lange feucht bleibt, bitte bei den Führungen an festes Schuhwerk und (bei unsicherer Wetterlage) an regenfeste Kleidung denken.

Baumschule Upmann: Tag der Offenen Tür

Am Sonntag 28. September (11-16 Uhr) veranstaltet die Baumschule Upmann in Steinhagen-Ströhen ihren ‚Baumschultag‘ (s. www.baumschule-Upmann.de). 

Eine gute Gelegenheit zur Kontaktaufnahme – z.B. auch wenn man eine Baumschule sucht, die mit den mitgebrachten Obstreisern ihrer Kunden einen neuen Baum veredelt. 

Und dann auch noch das …

Angesichts der zum Teil unfassbaren Dinge, die in den letzten Monaten in der Welt passieren, kommen mir die kleinen Dinge, über die wir in unserem Newsletter berichten, manchmal so unerträglich banal vor und das Schreiben wird manche Tage fast unmöglich. 

Dass verschiedene Despoten in aller Welt Verbrechen begehen, darüber regen wir uns mit Recht auf und darüber berichten unsere Medien allgegenwärtig. Dass nun aber ausgerechnet die Länder der Welt, die von sich behaupten, Demokratie und Menschenrechte in aller Welt zu verteidigen, sich gerade daran machen, die schlmmsten Kriegsverbrechen seit dem Genozid in Ruanda in den 1990er Jahren zu begehen bzw. mit Waffenlieferungen zu unterstützen, teils rhetorisch zu rechtfertigen und ansonsten tatenlos zuzuschauen und dabei internationale Institutionen zu mißachten, das macht mich fassungslos.

Viel zu lange haben unsere Politiker und Medien in Deutschland aktiv weggeschaut, was in Palästina passiert. Die berechtigte historische Verpflichtung Deutschlands, für das Existenzrecht Israels einzutreten, hat Politik und Medien in Deutschland blind werden lassen dafür, dass wir (mit Waffen und Rhetorik) eine israelische Regierung unterstützen, die man nur als rassistisch und rechtsradikal bezeichnen kann und die (unter dem Vorwand, die Hamas zu bekämpfen) schon seit Wochen und Monaten Kriegsverbrechen begeht. Unter dem rhetorischen Vorwand, die Hamas zu bekämpfen, sind in Gaza inzwischen 2/3 aller Häuser in Schutt und Asche gelegt, darunter auch fast alle Krankenhäuser. Gezielt wurden auch UNO-Stützpunkte angegriffen, Sanitäter und Journalisten ermordet (allein am 9.8.25 sechs Journalisten). Systematisch  wurden die UNO-Hilfslieferungen blockiert und an den wenigen von Israel alternativ geschaffenen Lebensmittel-Verteilzentren warteten israelischen Scharfschützen darauf, gezielt Hilfesuchende zu erschießen (s. Bericht SPIEGEL 10.9.25). 

Welcher Zynismus deutscher Medien, dass man bei bisher gemeldeten 66 000 Toten jedes Mal betont, dass diese Zahlen von den „von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden“ stammen würden (so als seien die Zahlen deshalb unglaubwürdig und übertrieben), dabei lässt sich bei den Tausenden in Schutt und Asche gelegten Hochhäusern unschwer vermuten, dass die Sterbezahlen unter dem Schutt der Häuser eher noch größer sein dürften als bisher gemeldet, weil die Gesundheitsbehörden (sofern es sie noch gibt) kaum noch den Überblick haben dürften.

Man braucht nur aufmerksam die Verlautbarungen diverser Minister aus Netanjahus Kabinett zu verfolgen, um gewahr zu werden, dass hier eine Vertreibung und ein Völkermord „mit Ansage“ organisiert wird – mit dem Ziel, ein „Groß-Israel“ zu schaffen und die Palästinenser nicht nur aus Gaza, sondern auch aus dem Westjordanland zu vertreiben. Im Westjordanland machen extremistische jüdische religiöse Fanatiker seit Monaten ungestraft Jagd auf Palästinenser, rauben Land und sägen die Olivenbäume palästinensischer Bauern ab. 

Am 31. Juli hat das israelische Militär mit Bulldozern und schwerem Gerät die palästinensische Saatgutbank in Hebron im Westjordanland zerstört, die eine entscheidende Rolle beim Schutz und der Vermehrung traditioneller Saatgutsorten spielte. Die Zerstörung von Lagerhäusern und Infrastruktur dieser Einrichtung erfolgte ohne Vorwarnung und unter militärischen Schutz. Was hat die Zerstörung einer palästinensischen Saatgutbank mit der Bekämpfung der Hamas zu tun? Man kann nur schlussfolgern, dass es darum geht, palästinensische bäuerliche Kultur und Identität zu zerstören. (In ihrer Presse-Erklärung sprechen die Betreiber der Saatgutbank von einem „Akt der Auslöschung, der darauf abzielt, die generationenübergreifenden Bindungen zwischen Bauern und ihrem Land zu durchtrennen“).

Die Meldung über die Zerstörung der Saatgutbank in Hebron erreichte mich auch nur dadurch, dass wir als Saatguterhalter in Deutschland auch Teil eines informellen Netzwerks mit Saatgut-Initiativen aus aller Welt sind. In deutschen Medien tauchen solche Nachrichten so gut wie gar nicht auf; immerhin hat das Schweizer Fernsehen ausführlich berichtet: https://www.srf.ch/audio/rendez-vous/angriff-auf-saatgut-bank-im-westjordanland?partId=sAEjCns83DBb4KFcNch2GLnrl2E und Medico International berichtet von den alltäglichen Übergriffen im Westjordanland: https://www.medico.de/blog/beraubt-und-gedemuetigt-19395

Fassungslos macht mich die unsägliche Doppelmoral unserer Politiker: Schreien wir anderswo in der Welt nach ‚Sanktionen‘, um Druck auf Despoten auszuüben, verhindert und sabotiert Deutschland innerhalb der EU jeden Versuch, die israelische Regierung in irgendeiner Form zu sanktionieren, sondern liefert statt dessen noch immer Waffen in Milliardenhöhe an dieses rassistische und rechtsradikale Regime – unter Mißachtung internationaler Institutionen wie der UNO und des internationalen Strafgerichtshofs. Nur die USA gehen unter Präsident Trump noch weiter: Trump lässt per Dekret die Vermögen von Mitgliedern des Internationalen Strafgerichtshofs (und deren Verwandten) einfrieren, die an den Haftbefehlen des IGH gegen israelische Minister beteiligt waren (s. ‚Tagesschau‘ 7.2.25). 

So demontiert man die internationalen Institutionen, auf die man sich sonst immer berufen hat, wenn es um Putin oder andere Despoten ging – und wir werden am Ende (als Land der freien westlichen Welt) mitschuldig an der Beihilfe zum Völkermord. Jedem Despoten dieser Welt liefern wir damit die Argumente frei Haus, sich seinerseits einen Scheißdreck um Menschenrechte und Völkerrecht zu scheren. 

Das alles kann allen Ernstes doch nicht die Lehre aus dem vom Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg an den Juden begangenen Holocaust sein! 

Herzliche Grüße
Hans-J. Bannier

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Newsletter vom 11.9.2025:

Liebe Obst-Interessierte,

noch einmal können wir – was die Vielfalt an Obstarten betrifft – aus dem Vollen schöpfen: Neben Äpfeln und Birnen haben wir jetzt noch einmal Zwetschgen, außerdem einen Rest unseres Einkochpfirsichs (zum Marmelade kochen).

  • Zwetschgen: Früher als in anderen Jahren ist jetzt die Hauszwetschgen in ihrer optimalen Reife: Zeit zum Kuchenbacken! Auch das echte Pflaumenmus (ohne Zuckerzusatz, bei langer Kochzeit) kann man mit keiner anderen Zwetschge so gut machen wie mit reifen ‚Hauszwetschgen‘! Ebenso auch gut zum Dörren oder Einfrieren geeignet (dafür aber vorher entsteinen!). Für alle westfälischen Lokalpatrioten: Bei der ‚Stromberger Zwetschge‘ handelt es sich ebenfalls um die ‚Hauszwetschge‘! Die vorher zu entsteinenden Frücht sind außerdem 
  • Von allen unseren Pfirsichbäumen sticht ein einziger durch Baumgesundheit und regelmäßigen Ertrag hervor – ausgerechnet ein namenloser Kochpfirsich, aus Samen eines in Borgholzhausen stehenden Mutterbaums gezogen (nachdem jener bereits abgestorben war). Auch in diesem Jahr ist es der einzige Pfirsichbaum, der einen nennenswerten Ertrag hatte. Die Früchte sehen zwar unattraktiv grün aus, werden aber – wenn sie nachgereift sind – saftig und gut essbar. Nur die Schale bleibt etwas herb, das gibt jedoch beim Marmeladekochen einen ganz besonderen Geschmack! Da am vorigen Freitag noch einige übrig blieben, haben wir in dieser Woche noch die letzten Früchte im Angebot (was dann übrig bleibt, verarbeiten wir selbst zu Fruchtaufstrichen).  

1. Führungen durch die Apfelsorten des Obst-Arboretums Olderdissen

Auch in diesem Jahr bieten wir wieder Führungen durch die Pflanzung des Obst-Arboretums an, und zwar am Sonntag 14. September um 11 Uhr und 15 Uhr. Auf den Führungen zeigen wir diverse traditionelle und auch „moderne“ Apfelsorten und gehen anhand vieler Beispiele der Frage nach, warum die heutigen Apfelsorten (im Gegensatz zu den traditionellen) so hoch anfällig sind für diverse Pilzkrankheiten, was im Obstanbau den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erfordert. Außerdem geht es darum, wie die Züchter heute diese Probleme lösen wollen und welche Alternativen es gäbe und welche Rolle die Erhaltung traditioneller Sorten dabei spielt. Natürlich können ein paar jetzt reifende Sorten auch verkostet werden.

Die Führungen dauern jeweils ca. 2 1/2 (bis 3) Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Spende ist aber gern gesehen. 

Im Anschluss an die Führungen können jeweils auch noch Äpfel, Säfte, Obstbrände und Info-Broschüren zum Thema ‚Alte Obstsorten‘ im Hofladen erworben werden.

Die Teilnehmerzahl ist bei allen Führungen begrenzt, daher ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich! (per E-mail: alte-apfelsorten@web.de), dazu bitte auch die gewünschte Führung (11 oder 15 Uhr?) und die Personenzahl angeben! (Sofern keine Absage unsererseits erfolgt, ist der Termin bestätigt). Da wir keinen ‚englischen Rasen‘ haben und das Gras oft noch lange feucht bleibt, bitte bei den Führungen an festes Schuhwerk und (bei unsicherer Wetterlage) an regenfeste Kleidung denken.

Am Obst-Arboretum stehen nicht genügend Parkplätze zur Verfügung, daher PKW’s bitte in der Umgebung parken (oder auf dem Parkplatz des Tierparks) oder noch besser per ÖPNV kommen mit der Bus-Linie 24 ab Jahnplatz (vor Commerzbank) – halbstündlich ab Jahnplatz, jeweils bis zur Haltestelle An der Wolfskuhle, von dort ca. 5 Min. zurücklaufen.

Weitere Termine am Wochenende: 

II. Sortenbestimmung in Burgsteinfurt

Wer in diesem Herbst in Westfalen Äpfel und Birnen bestimmen lassen möchte, komme am besten am Samstag 13. September zum Kreislehrgarten Burgsteinfurt, dem einzigen in NRW noch existierenden kommunalen gärtnerischen Lehr- und Schaugarten. Auch unabhängig von der Möglichkeit der öffentlichen Sortenbestimmung ist der Gang durch die Blumen- und Obstpracht des Gartens gerade im Herbst eine Freude für die Sinne ! 

III. Bauernmarkt in Ottenhausen

Am Sonntag 14. September: Der Bauernmarkt in Ottenhausen (bei Steinheim, Krs. Höxter) – wirklich einen Besuch wert! Ottenhausen hat schon in den 1990er Jahren für die ökologische Umgestaltung des Ortes den Bundespreis ökologisches Dorf bekommen. Seither ist der dortige Heimatverein aktiv, auch die Umgebung des Dorfes vielfältig zu gestalten: An fast allen Feldwegen wurden Obstbäume und/oder Hecken gepflanzt, außerdem Feuchtbiotope und Streuobstwiesen angelegt und mit einer Stiftung Land gekauft, das unter ökologischen Auflagen an Landwirte verpachtet wird. Aus Ottenhausen stammen im Übrigen auch die Äpfel für den ‚White Cider‘, den wir seit 2 Jahren bei uns im Hofladen anbieten. / Seit über 20 Jahren gibt es auch den Bauernmarkt. Prädikat: Sehr empfehlenswert !!!

Nähere Infos: https://ottenhausen.de/veranstaltungen/29-oeko-und-bauernmarkt-in-ottenhausen-am-14-09-2025/

IV. Kommunalwahl NRW

Ebenfalls am Sonntag 14. September: Kommunalwahl ! 

Wenn man durch die Stadt fährt und die vielen Wahlplakate an sich vorüberziehen sieht, mutet es schon aberwitzig an, dass eine Kleinstpartei, die im letzten Jahr gerade von den Wählern aus dem Bundestag abgewählt und zu den ‚Sonstigen‘ befördert wurde, über unendliche finanzielle Mittel zu verfügen scheint, die kaum aus der staatlichen Parteienförderung stammen kann, sondern von den Großspenden ihres Klientels, von Immobilienmaklern und Großindustriellen. 

Bedrückend empfinde ich, dass ökologische Existenzfragen (auch auf kommunaler Ebene) im Vorfeld der Kommunalwahl im öffentlichen Erscheinungsbild fast nicht zu existieren scheinen. Das Prinzip der kollektiven Verdrängung funktioniert – was die Umweltpolitik betrifft – auch auf kommunaler Ebene.

So wie gerade im letzten Winter, als es um die Existenzfrage der Trinkwasserversorgung ging: Weil die örtlichen Tiefenwasserbrunnen am Teutoburger Wald, auf die unsere Stadtwerke immer so stolz waren (weil sie sehr sauberes Grundwasser liefern) bei dem steigenden Wasserverbrauch in trockenen Jahren zu versiegen drohen, hat die Lokalpolitik mit der Mehrheit von CDU; FDP und SPD beschlossen, sich künftig von der Firma Gelsenwasser (über eine noch zu bauende Fernwasserleitung) mit Wasser aus dem Ruhrgebiet versorgen zu lassen, während man vor Ort in Bielefeld ein Wasserschutzgebiet nach dem anderen zur Bebauung freigibt,statt die lokale Trinkwasserversorgung vorrangig zu schützen und alle Maßnahmen zu unterstützen, die die unnötige Verschwendung von Trinkwasser begrenzen (zu Zwecken, für die man kein Trinkwasser benötigt). Statt z.B. private Regenwasserzisternen (zur Toilettenspülung und Gartenbewässerung) zu fördern oder Industriebetriebe dazu zu bewegen, Brauch- oder Regenwasser für ihre Produktion einzusetzen (statt Grundwasser aus eigenen Brunnen zu verbrauchen), binden wir uns lieber an einen Konzern, über dessen Trinkwasserqualität wir lieber nicht allzu viel wissen wollen.

Dazu eine Rückblende: Schon vor 40 Jahren haben wir in Bielefeld über Trinkwasser diskutiert: Damals waren zahlreiche flachere Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke durch industrielle FCKW’s, Aluminiumauswaschung durch den sauren Regen und andere Schadstoffe kontaminiert. Damals meinte man, das Problem dadurch zu lösen, dass man die Flachbrunnen einfach aufgab und immer tiefere Brunnen bohrte. Stolz verkündeten die Stadtwerke damals, dass man 12 000 Jahre altes (und sehr sauberes) Wasser aus der Tiefe fördere. „Die Trinkwasserversorgung sei gesichert“ hieß es damals. Gerade mal 40 Jahre lang hat das damalige Versprechen gehalten. Jetzt sollen wir mit Wasser versorgt werden, das von der Fa. Gelsenwasser teils aus dem Rhein entnommen und gefiltert wird, das aber mitnichten schadstofffrei sein wird (‚Ewigkeitschemikalien wie z.B. PFAS werden keineswegs herausgefiltert), und selbst, wenn wir eines Tages in Bielefeld wirklich mal mit Wassersparen beginnen würden, wären wir vertraglich verpflichtet, weiterhin das schäbigere Gelsenwasser abzunehmen!]. Was für eine verantwortungslose Politik, die die Probleme jetzt ein weiteres Mal auf die Generation unserer Enkel verschiebt ! 

Dass Regenwassernutzungsanlagen in Zeiten des Klimawandels und absinkender Grundwasserspiegel nicht längst Standard beim Hausbau sind, ist um so verwunderlicher als solche Anlagen sich auch wirtschaftlich durchkann rechnen!

Wer sich über die Haltung der Bielefelder Lokalpolitik in Fragen von Ökologie und Naturschutz informieren möchte, kann das übrigens beider Bielefelder Ortsgruppe des ‚Bund Umwelt- u. Naturschutz Deutschland‘. Sie die Bielefelder Parteien zu ihren Positionen in Sachen Natur- und Klimaschutz befragt und die Ergebnisse auf seiner Hompage publiziert: https://bielefeld.bund.net/themen-und-projekte/kommunalwahl-2025-parteien-zu-natur-und-klimaschutz/

Herzliche Grüße
Hans-J. Bannier

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Newsletter vom 11.7.25 (Auszug)

Erstmals seit mindestens 5 Jahren ‚Zwangspause‘ (durch regelmäßige Blütenfröste) können wir in diesem Jahr mal wieder Aprikosen im Hofladen anbieten.

Diejenigen, die schon in früheren Jahren von uns Aprikosen bekommen haben, erinnern sich vielleicht noch: Die Früchte stammen von einer alten Aprikosenplantage mit Halb- und Hochstammbäumen aus dem Kreis Bernburg/Saale (Sachsen-Anhalt), die ich seit 1993 zusammen mit Göttinger Freunden gepachtet (und später gekauft) hatte. In den 1990er und 2000er Jahren hatten wir dort jedes dritte Jahr eine Ernte von 2-3 Tonnen, die wir in Bielefeld und Göttingen über Biohöfe und Naturkostläden vermarktet haben. Im September 2010 gab es dort dann einen Tornado mit Hagel, der 3/4 der Anlage verwüstete und in den benachbarten Dörfern Fenster und Dächer zerstörte. Bei der Zug um Zug erfolgten Nachpflanzung gab es anschließend zahlreiche Rückschläge, die Bewirtschaftung aus der Ferne zollte ihren Tribut. Seit 2023 hat ein befreundeter Baumwart die Fläche übernommen, der es etwas näher zu der Fläche hat. In diesem Jahr sind auch einige der nachgepflanzten Bäume in ein ertragsfähiges Alter gekommen und die schon im März blühenden Bäume haben keinen Blütenfrost erlitten und hängen so voll, dass es immerhin wieder eine Ernte von mehr als einer halben Tonne gibt, die wir in diesem Jahr selbst ernten und nach Bielefeld vermarkten dürfen! 

Ein Teil der Früchte ist baumreif (und ein weiterer kurz vor der Baumreife) geerntet – dadurch sind die Aprikosen i.d.R. deutlich aromatischer und stärker duftend als man das aus dem Supermarkt kennt. Und das, obwohl ihnen in diesem Jahr ein wenig der Regen gefehlt hat und in der Sommerzeit die nächtliche Abkühlung, die normalerweise für eine kräftige Rotfärbung der Schale sorgt (denn die Rotfärbung der Schale entsteht bei Aprikosen – wie auch bei Äpfeln – durch die Temperaturdifferenz von warmen Tagen und kühlen Nächten). 

Und noch ein Hinweis: Seit der Abgabe der Bernburger Aprikosenwiese läuft die Fläche zwar formal nicht mehr als Bio-Fläche, aber es ist erstens eine hochstämmige Streuobstfläche und ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass hier auch weiterhin (wie zuvor von unserer Seite) keinerlei Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt wurden – wir waren am Wochenende selbst dort ernten und konnten uns überzeugen, dass die Fläche weiterhin eher ein Naturparadies ist als eine Erwerbsobstplantage (siehe Foto im Anhang). An Vogelarten konnten wir beim Ernten u.a. Grauammer, Goldammer und Bienenfresser beobachten – im letzten Jahr brütete dort auch der seltene ‚Wendehals‘. 

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass auch hier am Obst-Arboretum in Bielefeld 2 Reihen Aprikosenbäume stehen – ca. 20 verschiedene Sorten. Bei dieser Pflanzung geht es u.a. auch darum, zu prüfen, welche Sorten in unserem Klima bestehen können. Denn bei den hiesigen Witterungsverhältnissen haben es Aprikosen noch weitaus schwieriger als im südlichen Sachsen-Anhalt (mit seinen 350-400 mm Jahresniederschlag).

Die letzten 7 Jahre hat hier in Bielefeld jedesmal während der Blüte im März der Blütenfrost zugeschlagen. Dazu kam zwischenzeitlich ein starker Befall mit Monilia und Pseudomonas, außerdem haben einige der Bäume den strengen Winterfrost von – 18°C im Februar 2021 nicht überlebt. Alles in allem sozusagen „ein teures Hobby“, aber in diesem Jahr tragen einige der Bäume und wir lernen die Qualitäten der einzelnen Sorten kennen. Ein Teil der Früchte landet natürlich ebenfalls im Hofladen und in den Wintermonaten bieten wir auch Reiser zum Veredeln an! 

Wer sich Aprikosenmarmelade kochen will (besonders lecker!) , kann bei uns auch das dazu nötige Pektin bekommen. Hier unsere Anleitung zur Erstellung eines Fruchtaufstrichs mit geringem Zuckeranteil sowie ohne Konvervierungsstoffe: 

Einkoch-Tip für einen zucker-reduzierten Aprikosen-Fruchtaufstrich: 70-80 % Frucht, 20-30 % Zucker (plus 1% Pektin auf die Gesamtmasse). Das Pektin sollte vorher mit dem Zucker vermischt werden, dann das Zucker-Pektin-Gemisch unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen langsam in die zuvor aufgekochte Fruchtmasse einrühren [Gibt man das Pektin separat in die Fruchtmasse, klumpt es sofort!]. Die Gesamtmasse dann noch mal aufkochen. Parallel dazu Gläser und Schraubdeckel in heißem Wasser vorheizen und die Fruchtmasse dann in die heißen Gläser füllen. Nach dem Verschließen die Gläser einmal auf den Kopf stellen, damit auch die verbleibende Luft die nötige Temperatur zur Konservierung erreicht.  Nach dem späteren Öffnen der Gläser ist der Fruchtaufstrich dann im Kühlschrank begrenzt haltbar (ca. 5-7 Tage).

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Newletter vom 13.06.2025 (Auszug) / Thema: Kirschsortenführung / Schnitt von Walnussbäumen / Künftig Gentechnik-Food auf unseren Tellern? Am Beispiel des Apfels: Warum uns Gentechnik keinen Fortschrit bringt, sondern neue Gefahren / Briefe an EU-Parlamentarier*innen

Liebe Obst-Interessierte,

auf unserer

Führung durch die Vielfalt an Kirschsorten am Sonntag 15.06.25 um 15 Uhr

geht es um alle Fragen rund um die Süßkirsche. Wer vorhat, einen Kirschbaum zu pflanzen, kann hier alle Fragen loswerden (Baumgrößen, worauf werden Süßkirschen veredelt, welche Sorten platzen am wenigsten, was tun gegen die Maden der Kirschfruchtfliege und welche Sorten werden am wenigsten von Maden befallen etc.). (Der Termin ist inzwischen abgelaufen!)

 Praxisschulung ‚Schnitt von Walnussbäumen‘

In erster Linie für alle diejenigen gedacht, die in der Baumpflege aktiv sind: Unsere Praxisschulung ‚Schnitt der Walnuss‘ am 5./6. Juli in 37213 Witzenhausen. Nähere Infos dazu unter  https://obst-arboretum-bielefeld.de/fuehrungen-und-termine/

Gentechnik im Essen – künftig ohne jede Kennzeichnung möglich? Jetzt an EU-Parlamentarier schreiben ! 

Nach den neuesten politischen Entwicklungen in Brüssel droht Wirklichkeit zu werden, dass die EU das bislang geltende Vorsorgeprinzip über Bord wirft und gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung ohne jede Prüfung und begleitende Beobachtung freigeben wird. Damit nicht genug: Die Verbraucher sollen darüber im Unklaren gelassen werden, in welchen Lebensmitteln gentechnisch manipulierte Bestandteile enthalten sind. Außerdem soll es auch erlaubt werden, Wildpflanzen gentechnisch zu verändern und die manipulierten Pflanzen in die Natur auszubringen. 

Im Mai hat der Trilog zwischen EU-Parlaments mit Europäischem Rat und EU-Kommission über einen Gesetzesvorschlag für neue Gentechnik-Pflanzen begonnen. Im Trilogverfahren müssen sich die drei Institutionen nun auf einen gemeinsamen Gesetzestext einigen. Doch die Positionen sind sehr unterschiedlich. Der Gesetzes-Entwurf sieht eine komplette Deregulierung fast aller neuen Gentechnik-Pflanzen vor. Bewährte Gentechnik-Regelungen wie Risikoprüfung, Kennzeichnungsplicht, Rückholbarkeit, Schutzmöglichkeiten vor Kontaminationen und Haftungsregelungen sollen abgeschafft werden. Vor allem die EU-Kommission, aber auch einige Mitgliedstaaten unterstützen diese Position. Das Europaparlament hingegen fordert in seiner Position vom Februar 2024 eine Kennzeichnung bis zum Endprodukt, Rückverfolgbarkeit und ein Verbot von Patenten auf neue Gentechnik-Pflanzen.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert daher Bauern und Verbraucher auf, die EU-Parlamentarier anzuschreiben und sie aufzufordern, die Wahlfreiheit von Konsumenten einzufordern und gentechnikfrei produzierende Bauern vor Kontamination seitens Gentechnik zu schützen. siehe

https://www.abl-ev.de/initiativen/wahlfreiheit-einfordern

Zu den neuen Gentechniken noch mal paar Aspekte in der Sache – hier am Beispiel des Apfels: 

Wie schon bei der Diskussion um die „alte“ Gentechnik in den 1990er Jahren werden die interessierten Konzerne sowie die mit den neuen Techniken befassten Wissenschaftler nicht müde, das Blaue vom Himmel zu versprechen: Da soll es trockenheitsresistente und klimaresiliente Pflanzen geben, Pflanzen, die keine Spritzmittel mehr benötigen etc.pp. 

1. Was tatsächlich dabei herauskommt, wenn die neuen gentechnischen Züchtungsverfahren (wie in den USA bereits vor 10 Jahren geschehen) freigegeben werden, lässt sich am Beispiel des Apfels eindrücklich aufzeigen: In den USA ist in den 10 Jahren der Freigabe keine einzige krankheitsresistente Apfelsorte gezüchtet worden !!! Statt dessen hat man die üblichen Handelsapfelsorten mit gentechnischen Methoden so verändert, dass sie nach dem Aufschneiden nicht mehr braun werden (und dem Verbraucher eine Frische vortäuschen, die womöglich gar nicht mehr gegeben ist) – die sogenannten „Arctic apples“ !! Da werden also weiterhin die hoch anfälligen modernen Apfelsorten mit mächtigem Aufwand an chemischen Pflanzenschutzmitteln produziert, in riesigen Plantagen, die rein gar nichts mit Ökologie und Klimaresilienz zu tun haben. 

Das ist die Wirklichkeit der neuen Gentechniken – und nicht die Versprechen, die den Bürgern gemacht werden, um die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen. 

Wer sich die Segnungen der „Arctic apples“ einmal selbst sozusagen „aus erster Hand“ anschauen möchte, gehe auf die Homepagte https://arcticapples.com/media/ und scrolle dort ganz herunter und schaue sich die Werbefilme der Firma „Okanagan Specialty Fruits LLC“ an. Wollen wir ernsthaft, dass das die Zukunft der Züchtung und die Zukunft des Apfelanbaus wird? 

2. Es wird von interessierter Seite immer wieder behauptet, dass die neuen Techniken nichts anderes machen als was auch in der Natur (z.B. bei Mutationen) vorkommen würde oder vorkommen könnte. Nach dem Gesetzesentwurf der EU sollen bis zu 21 Eingriffen ins Genom sozusagen als „normales Züchtungsverfahren“ gelten und aus dem strengeren Gentechnikrecht ausgenommen werden, so als könnten solche genetischen Veränderungen auch in der Natur (oder mit traditionellen Züchtungsverfahren) bewirkt werden. Wissenschaftlich ist diese Definition und Grenzziehung allerdings absolut haltlos und die Grenze von 21 genetischen Manipulationen ist eine rein politisch-ideologisch gewollte Definition.  

Zudem sind mit den neuen Züchtungstechniken Eingriffe ins Genom von Pflanzen auch an Stellen möglich, die bei in der Natur vorkommenden oder chemisch provozierten Mutationen niemals erreicht werden. Kritische Wissenschaftler sprechen von der viel größeren „Eingriffstiefe“ ins Genom und warnen davor, dass die Nebenwirkungen hier nicht vorhersehbar seien. 

3. Es wird immer wieder behauptet, die neuen gentechnischen Verfahren könnten exaktere und gezieltere Veränderungen im Genom vornehmen als die „alte“ Gentechnik dies konnten. Das ist zwar richtig, aber: „Gezielter“ heißt keineswegs, dass die Nebenwirkungen solcher Eingriffe ins Genom von Pflanzen oder Tieren vorher absehbar und beherrschbar sind. Insbesondere, wenn die Eingriffe an Stellen des Genoms erfolgen, die bei natürlich vorkommenden (oder aufgrund chemischer Einflüsses provozierten) Mutationen niemals angegriffen werden. Der Ausgang solcher Eingriffe ist letztlich unvorhersehbar – deshalb hat das bisherige Gentechnikrecht richtigerweise das Vorsorgeprinzp walten lassen und umfangreichere Prüfverfahren zugrunde gelegt.

4. Seit Jahrzehnten ergeben Umfragen in der Bevölkerung der gesamten EU, dass eine stabile Mehrheit von 70-90 % der Bürger Gentechnik in Lebensmitteln ablehnt. In Bayern hat sogar der Landtag vor Jahren beschlossen, dass Bayern gentechnikfrei bleiben soll. Lobbyiert seitens großer Konzerne sowie einer Wissenschaftselite von Molekulargenetikern, die an den Patenten verdienen, scheren sich die Politiker in Brüssel darum anscheinend überhaupt nicht mehr. Und die bayerischen Vertreter in Brüssel versuchen sich aus der Affaire zu lügen, indem sie einfach behauipten, die neuen Verfahren „seien gar keine Gentechnik“, daher bliebe Bayern ja weiterhin gentechnikfrei.

5. Die Geschichte der Apfelzüchtung der letzten 50 Jahre liefert ein eindrückliches Beispiel dafür, dass der „Tunnelblick aufs Genom“ bzw. das Starren auf einzelne Gene keine nachhaltig resistenten Apfelsorten hervorgebracht und die Misere des hohen Einsatzes an Pflanzenschutzmitteln im konventionellen Apfelanbau nicht gelöst hat. Dies habe ich in zwei Vorträgen im Detail hier dargelegt: https://www.youtube.com/watch?v=VUzMvRCpSp4&t=2966s oder  https://www.youtube.com/watch?v=VoMoedroOoU

Schriftliche Beiiträge zum Thema Apfelzüchtung und Gentechnik sind auch auf unserer Homepage zu finden: https://obst-arboretum-bielefeld.de/fachbeitraege/

(dort runterscrollen bis zu den Artikeln zum Thema Gentechnik): 

Die EU-Parlamentarier anschreiben

Wer immer sich die Zeit nehmen kann, sollte die EU-Parlamentarier anschreiben – sei es im Rahmen der Aktion der AbL (siehe oben) oder mit eigenen Anschreiben – die Namen aller deutschen Abgeordneten des Europa-Parlaments findet sich hier: 

https://www.europarl.europa.eu/meps/de/search/advanced?name=&euPoliticalGroupBodyRefNum=&countryCode=DE&bodyType=ALL

Damit wir nicht eines Tages wie Goethes Zauberlehrling dastehen und zum Himmel beten „Herr, die Not ist gross! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“

Herzliche Grüße

Hans-Joachim Bannier

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Newsletter vom 06.06.25 (Auszug) / Thema: Süßkirschen / Apfelgespinstmotte

Liebe Obst-Interessierte,

ein bißchen sind wir selbst überrascht, dass die ersten Frühkirschen bereits reif sind und wir heute im Hofladen die ersten Schalen mit leckeren Süßkirschen anbieten können. Aber aufgrund der frühen Blüte im April war die frühe Reife andererseits auch ein Stück absehbar. Wenn nicht starker Regen noch Früchte platzen lässt, können wir auch in den nächsten Wochen wieder Kirschen anbieten! 

Die Reifezeit der einzelnen Kirschsorten wird normalerweise in den sog. „Kirschwochen“ (KW) angegeben (1. bis 8. KW). Die Kirschen der 1.-3. KW sind in der Regel etwas weicher als die „Knorpelkirschen“ der 5.-8. KW, dafür aber fast immer madenfrei !! Im Handel sind diese Frühkirschen heute in der Regel überhaupt nicht mehr zu kaufen, d.h. wenn im Supermarkt heute schon Kirschen liegen, kommen diese aus der Türkei, Spanien oder anderen Mittelmeerländern, weil dort die festen Knorpelkirschen schon 6-8 Wochen eher reif sind als bei uns. Erst wenn wir dann schon in der 4.-5. Kirschwoche sind, kommen auch deutsche Kirschen auf den Markt und viele Obstbauern in Deutschland bauen heute nur noch die ganz späten Sorten an, weil es dann keine Konkurrenz mehr aus den Mittelmeerländern gibt. 

Die Crux an dieser Entwicklung ist, dass die spät reifenden Knorpelkirschen von den Maden der Kirschfruchtfliege befallen sein können – im konventionellen Obstanbau werden sie daher mit Insektiziden gespritzt (oft bis dicht vor der Ernte), während die Frühkirschen der 1.-3. Kirschwoche fast immer madenfrei sind und daher nicht wegen der Kirschfruchtfliege gespritzt werden müssten.

Auch die gellen (gelbroten) sog. ‚Glaskirschen‘ sind heute fast vollständig vom Markt verschwunden, obwohl sie geschmacklich den dunklen in nichts nachstehen. Da im Handel so gut wie gar keine hellen Kirschen mehr angeboten werden und diese völlig in Vergessenheit geraten sind, bieten auch die Baumschulen diese kaum noch an. Auch das ist eigentlich eine Fehlentwicklung, denn die hellen Kirschen haben viele Vorteile: sie sind nicht nur bekömmlicher als die dunklen Kirschen (und werden auch von Allergikern vertragen), sondern werden auch weniger von Vögeln heimgesucht als die dunklen Kirschen (die Vögel sind in dieser Hinsicht eigentümlicherweise genauso „dumm“ wie die Menschen…).

Wenn jemand sich einen Kirschbaum pflanzen möchte, empfehlen wir daher ganz besonders die hellen Frühkirschen der 3. Kirschwoche, z.B. die Sorten Maibigarreau, Kunzes Kirsche, Tilgeners Frühe Herzkirsche oder Lucienkirsche. Da diese Sorten in Baumschulen leider kaum noch erhältlich sind, muss man sich ggf. Reiser besorgen (z.B. bei uns im Obst-Arboretum Bielefeld oder bei der Deutschen Genbank Obst, www.deutsche-genbank-obst.de).

Ein ausführlicher Artikel zum Thema Alte Süßkirschsorten ist hier zu finden: https://obst-arboretum-bielefeld.de/fachbeitraege/ (dort runterscrollen bis zum Artikel „Verkehrte Kirschenwelt“!)

Für diejenigen, die einmal Vielfalt an Kirschsorten kennenlernen möchten, bieten wir am Sonntag 15.06.25 um 15 Uhr hier am Obst-Arboretum eine Kirschsortenführung an(Der Termin ist inzwischen abgelaufen). Hier werden nicht nur viele verschiedene Sorten vorgestellt, sondern es darf – bei allen Sorten, die dann reif sind, auch probiert werden! Bei Interesse bitte unbedingt per E-mail anmelden! Die Führung dürfte mindestens 2 Stunden dauern, der Teilnahmebeitrag beträgt 15.- €. Und wie immer gilt: Solange wir nicht absagen, ist die Teilnahme bestätigt! 

Apfelgespinstmotte

Mindestens ein halbes Dutzend besorgte Anrufe oder E-mails bekamen wir in den letzten 2-3 Wochen wegen eines Schädlings, der in diesem Jahr verstärkt in den Apfelbäumen zu beobachten ist – der Apfelgespinstmotte. Da finden sich auffallende Gespinste mit z.T. 30-50 schlanken Raupen in den Bäumen. 

Solange es nur einzelne „Nester“ in den Bäumen sind, ist die Gespinstmotte allerdings relativ harmlos. Die Raupen fressen sich in der Umgebung dieser Gespinste an den Blättern satt und richten daher nur lokal begrenzt Schaden im Baum an. D.h. wenn z.B. alle 100 cm mal ein solches Gespinst im Baum hängt, kann man das ggf. einfach ignorieren. Bei zu starkem Befall allerdings sollte man – sofern möglich – einfach mechanisch aktiv werden, d.h. Handschuhe anziehen und die Nester aus dem Baum „pflücken“ und in einem geschlossenen Behältnis (z.B. einem Müllsack) entsorgen. Bei noch ganz jungen Bäumen sollte man das in jedem Fall tun, da diese – wenn sie prozentual viel Laub verlieren – in ihrem Wachstum gehemmt sind. 

Erfreulicherweise haben die Apfelbäume in diesem Jahr aufgrund der trockenen Witterung ansonsten aber weniger Pilzkrankheiten als sonst auf den Blättern und der Schaden der Gespinstmotte ist daher weniger gravierend als wenn auch noch weitere Blättschäden dazukommen. 

Herzliche Grüße
Hans-J. Bannier 

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Newletter vom 15.05.2025 / Thema Apfelwickler / Obstsaison 2025 / Erdüberlastungstag‘ (Earth Overshoot Day)

Apfelwickler – jetzt Wellpappe-Fanggürtel aufhängen! 

Auch in diesem Jahr bekommen wir wieder schriftliche oder mündliche Anfragen von Gartenbesitzern, was man denn im Hausgarten oder auf der Obstwiese gegen die Obstmade bzw. den Apfelwickler machen könne. Dazu haben wir einen ausführlichen Artikel hier eingestellt: https://obst-arboretum-bielefeld.de/fachbeitraege/ (dort runterscrollen bis zum Artikel „Was tun gegen die Obstmade – Hinweise zur Bekämpfung des Apfelwicklers“)

Mit dem Aufhängen der Wellpappe-Fanggürtel sollte man in der Regel Mitte Mai beginnen! 

Witterungsverlauf Frühjahr 2025 und Auswirkung auf die Obstsaison (in Ostwestfalen)

Guter Verlauf der Obstblüte

Anders als 2024 wurde die Apfelblüte in diesem Jahr in Ostwestfalen nicht durch Blütenfrost beeinträchtigt und die meisten Bäume haben einen starken Fruchtansatz (bis auf diejenigen, die 2024 voll hingen und dafür in diesem Jahr mit der Blüte aussetzen (Alternanz). Auch Birnen und Kirschen setzen in diesem Jahr in der Region gut an (schade, dass unsere neu gepflanzten Birnen noch zu jung sind, um schon mit dem Ertrag zu beginnen…!). Und auch Pflaumen dürfte es in der Region geben, wenn auch unsere Pflaumenbäume hier am Obst-Arboretum nur mäßig angesetzt haben.

Wie lange noch trocken?

Wenn das sonnig trockene Wetter allerdings wie 2018/19/20 wieder bis in den Sommer hinein anhält, werden insbesondere auf mageren und sandigen Böden die Bäume einen großen Teil ihrer Früchte vorzeitig abwerfen, wenn nicht gegossen wird. Dasselbe kann auch bei windigen Lagen gelten, denn auch der Wind trocknet die Bäume aus. Auch Südlagen werden mehr betroffen sein als nordhängige Lagen. Hoffen wir also, dass wenigstens ab und zu mal einzelne Regentage folgen!  (inzwischen hat es im östlichen Westfalen teils kräftige Niederschläge gegeben)

Diejenigen, die bei unserer Veredlungs-Vorführung am 1. Mai dabei waren und sich anschließend noch Bäume veredelt haben, sollten unbedingt daran denken, die veredelten Bäume ausreichend zu gießen (und die Veredlungsstellen notfalls direkt mit Wasser zu besprühen und ggf. zu schattieren). 

Weniger Schorf- und Regenflecken

Als Obstanbauer beobachten wir das seit der Apfelblüte sonnig-trockene Wetter mit gemischten Gefühlen. Einerseits macht die lange Trockenheit Sorge, was die Wasserversorgung gerade junger Bäume betrifft. Auf der anderen Seite werden wir durch das regenarme Wetter in diesem Jahr voraussichtlich deutlich weniger Ausfall an Früchten durch Apfelschorf haben (ganz im Gegensatz zum regnerischen Sommer 2024, der für einen starken Befall mit Schorf und Regenflecken sorgte). Bislang muss man einzelne Schorfflecken auf den Blättern der Bäume bei uns im Obst-Arboretum noch mit der Lupe suchen. 

Ein Problem kann in diesem Jahr eher der z.T. extrem hohe Fruchtansatz sein. Zwar hilft es dem Baum bei der Ernährung der Früchte, wenn seine Blätter keine Schorfinfektionen haben. Doch benötigt jeder Apfel zu seinem vollen Wachstum eigentlich 20-30 Blätter. Bei zu hohem Fruchtansatz und Überbehang bleiben die Früchte am Ende klein. Ggf. sollten daher Früchte ausgedünnt werden (sofern der Baum dies nicht schon von alleine macht und die kleinsten Nachzüglerfrüchte abwirft).  – Es bleibt also spannend, wie groß – und von welcher Qualität – die Apfelernte in diesem Jahr sein wird! 

Erdüberlastungstag (Earth overshoot day) – in Deutschland am 3. Mai

Im Konzert der Tagesnachrichten ist das Gedenken an diesen Tag in diesem Jahr nur sehr leise zu hören gewesen. Was bedeutet „Erdüberlastungstag“?

Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden wie die Menschen in Deutschland, wären ab diesem Tag alle weltweit nachwachsenden Rohstoffe, die in einem Jahr bereitgestellt werden können, aufgebraucht. Oder anders formuliert: Wenn auf der Welt alle Menschen unsere Konsum- und Mobilitätsgewohnheiten hätten, bräuchte es 3 Erden, um diese Ansprüche zu befriedigen. Wenn alle auf der Erde so leben würden wie wir in Deutschland (mit dem Material- bzw. Ressourcenverbrauch pro Kopf), würde auf unserer Erde schon längst „die Hütte brennen“.

Es würde sich lohnen, über diesen Umstand einmal eine Weile nachzudenken… 

Katar kann seinen Erdüberlastungstag übrigens noch früher begehen als wir – am 2. Februar. Das heißt: Würden alle Menschen so viel Ressourcen und Energie verbrauchen wie die Menschen in Katar, würden wir 12 Erden benötigen! 

Die Staatsbürger von Uruguay hingegen leben so bescheiden bezüglich Ressourcen und Energie, dass sie erst am 17. Dezember ihren ‚Erdüberlastungstag‘ feiern brauchen. 

Vielleicht liegt es ja auch an der Vorbildfunktion ihres kürzlich mit 89 Jahren verstorbenen ehemaligen sozialistishen Staatspräsidenten Jose Mujica, der auch im Alter seine ihm zustehende Pension von 12 500 Dollar spendete und nur 1250 Dollar für sich behielt, sich der Blumen- und Tomatenzucht widmete und auf die Frage, ob er sich arm fühle, antwortete: „Arm ist nicht derjenige, der wenig besitzt, sondern derjenige, der immer mehr braucht.“

Die ‚Deutsche Welle‘ hat dem Politiker (und ehemaligen Tupamaro) mit seinem bewegten Leben einen lesenswerten Nachruf gewidmet: https://www.dw.com/de/jose-pepe-mujica-praesident-uruguay-arm-tot-nachruf-v2/a-72534877

Der weitaus niedrigere Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch in Uruguay liegt allerdings nicht ausschließlich an einem bescheideneren Lebensstil, sondern auch an einigen politischen Weichenstellungen wie z.B. der Energiepolitik, die schon seit 2008 auf erneuerbare Energien setzt und inzwischen 90-95% seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien deckt, sowie außerdem einer Landwirtschaft, die – anders als die Nachbarländer Brasilien und Argentinien – eher auf extensiven und ökologische Anbau setzt. Und als erstes Land der Welt hat Uruguay (nach einer Volksabstimmung) das ‚Recht auf Wasser‘ in der Verfassung verankert. Das heißt, der Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist ein grundlegendes Menschenrecht und muss vom Staat gewährleistet werden.

[Aber nicht nur was den Ressourcenverbrauch und den ökologischen Fußabdruck seiner Bürger betrifft, verdient das Land, das in der Weltpolitik relativ geräuschlos agiert, Respekt und Aufmerksamkeit: Zwar ist der Lebensstandard dort bescheidener als bei uns, aber das Land verzeichnet vergleichsweise hohe Chancengleichheit und sozialen Frieden. Bei Wikipedia liest sich das so: „Die tief verwurzelte Anerkennung sozialer Ansprüche, Rechte und Verpflichtungen, der traditionelle sozialstaatliche Konsens und eingeübte Formen von Sozialpartnerschaft gehören zu Uruguays hoher und in Lateinamerika einmaliger Ausstattung mit „Sozialkapital“, die gewisse Mechanismen ebenso begünstigt hat wie die schnelle und überzeugende Rückkehr zur Demokratie“ (gemeint: nach der Militärdiktatur 1973-1985). Diese Errungenschaften (so Wikipedia) „verlangsamen das Tempo der neoliberal gerichteten Umsteuerung“ des Landes, wie sie in anderen Ländern der Welt vollzogen wurde. Uruguay hat es außerdem – wie kaum ein anderes Land – auch nach einer 12jähringen Militärdiktatur in den 1970er Jahren und bewaffneten Kämpfen der linksgerichteten Tupamaros geschafft, einen gesellschaftlichen Frieden wiederherzustellen – nach dem Ende der Militärdiktatur gründeten die überlebenden Tupamaros eine politische Partei (ähnlich der IRA in Nordirland), die bis heute einen Teil der sozialistischen Regierungspartei ‚Frente Amplio‘ stellt und mit Jose Mujica lange Jahre einen Landwirtschaftsminister gestellt hat. Im weltweiten ‚Demokratie-Index‘ steht Uruguay (Platz 15 von 100) fast gleichauf mit Deutschland (Platz 13), im Korruptionsindex sogar vor Deutschland und im ‚Freedom in the world‘-Index ebenfalls vor Deutschland auf einem der vordersten Plätze weltweit (96 von 100). ]

Und das gleichzeitig mit einem der vordersten Plätze bei der Reduzierung des Pro-Kopf-Ressourcenverbrauchs seiner Bürger – Hut ab vor einer solchen Politik, die in der Bescheidenheits-Geste seines jetzt verstorbenen Ex-Präsidenten Mujica ihren symbolischen Ausdruck findet.

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Liebe Obst-Interessierte,

aufgrund des Feiertags (Karfreitag) hat unser Hofladen in dieser Woche ausnahmsweise am Samstag 19.4. von 12-19 Uhr geöffnet

Beginn der Apfelblüte / Einladung zum Blütenspaziergang / Apfelblüte und „Klima-Knick“ 

Die warmen Nächte der abgelaufenen Woche haben in den letzten Tagen die ersten Apfelbäume unseres Sortengartens zum Blühen gebracht – die typischen „Frühblüher“ (wie Boskoop, Jakob Fischer, Martens Sämling oder Topaz) stehen bereits in voller Blüte. Die ersten Apfelbäume blühten hier am Nordhang des Teutoburger Walds bereits ab 12. April auf (Apfelbäume in Südlagen oder im warmen Klima der Stadt schon einige Tage eher!). Da wir in unserer Sortenpflanzung mit ihren fast 400 verschiedenen Apfelsorten auch viele ausgewiesene „Spätblüher“ haben, wird sich die Obstblüte bei uns noch eine längere Zeit hinziehen. 

In den nächsten 1-2 Wochen sind alle Besucher eingeladen, einen Spaziergang durch die Pflanzung des Obst-Arboretums zu machen und sich an der Augenweide und am Duft der Apfelblüte zu erfreuen!

Gelegenheit auch, um schöne Fotos zu schießen (hier wurden u.a. schon Portrait-, Hochzeits-, Mode-, Werbe-, Instagram- und Politikerfotos gemacht…). Die Obsthaltestelle ist ebenfalls täglich 8-20 Uhr geöffnet – auch an den Feiertagen! 

Über kleine Spenden für die Anschaffung zweier stabiler und wetterfester Gartenbänke (in die Kasse der Obst-Haltestelle oder auf Kto. DE38 4306 0967 4123 8269 00) würden wir uns dabei sehr freuen!

Apfelblüte und „Klima-Knick“

Damit haben wir eine der frühesten Apfelblüten seit Beginn der phänologischen Aufzeichnungen. Eine solch frühe Apfelblüte gab es erstmals 1990 – nach dem extrem warmen Februar des Jahres 1990 standen in Bielefeld bereits alle Apfelbäume am 10.4. in Vollblüte. Seit 1990 hat es, was den Verlauf der Wintermonate und der anschließenden Obstblüte betrifft, einen regelrechten „Klima-Knick“ gegeben und die Apfelblüte in ganz Deutschland hat sich um knapp 2 Wochen nach vorne geschoben (mit steigender Tendenz). Statt zuvor in der ersten Maihälfte liegt die Apfelblüte in Bielefeld inzwischen durschnittlich in der zweiten Aprilhälfte und die Apfelernte wird häufiger durch Spätfröste in der Apfelblüte gefährdet (wie z.B. zuletzt auch 2017, 2019 und 2023). In diesem Jahr war es vor allem der extrem warme März, der zu der frühen Blüte beigetragen hat (der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen). 

Zu den Veränderungen bei der Apfelblüte u.a. auch

https://www.hlnug.de/themen/nachhaltigkeit-indikatoren/indikatorensysteme/klimafolgenindikatoren-hessen/beginn-der-apfelbluete  (für Hessen) oder

https://www.klimaatlas.nrw.de/klima-nrw-monitoring/umwelt/landwirtschaft/beginn-der-apfelbluete (für NRW).

Während normalerweise die Obstarten nacheinander in einer bestimmten Reihenfolge blühen (Aprikose / Myrobalane + Schlehe / Pfirsich / Kirsche + Pflaume / Birne und zuletzt Apfel), hat sich die Blüte der verschiedenen Obstarten in diesem Jahr z.T. ineinander geschoben und wir erleben die Apfelblüte fast gleichzeitig mit der Kirsch-, Pflaumen- und Birnenblüte. 

Vorführung ‚Wie veredelt man Obstbäume?‘ am 1. Mai

Am Donnerstag 1. Mai, 14 Uhr bieten wir hier am Obst-Arboretum in der Dornberger Str. 197 eine Vorführung ‚Veredlung von Obstbäumen‘ an. Die Vorführung dauert ca. 2 1/2 Std., der Teilnahmebeitrag beträgt 15.- €. Es können auf dem Termin auch Veredlungsmesser und -gummis sowie Edelreiser diverser Apfelsorten erworben werden. 

Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung zwingend erforderlich (per E-mail unter alte-obstsorten@web.de, bitte mit dem Betreff ‚Veredlungs-Vorführung‘). Solange von unserer Seite keine Absage per Mail erfolgt, gilt die Anmeldung als bestätigt. Bitte beachten: Hier am Hof steht nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung. 

Wir wünschen allen Beziehern unseres Newsletters schöne Feiertage!

Herzliche Grüße
Hans-J. Bannier 

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Liebe Obst-Interessierte,

zu unserem heutigen Hofladen-Freitag ein paar Notizen aus dem Obst-Arboretum: 

I.Apfel-Angebot: Die Vielzahl an Apfelsorten, die wir normalerweise im Angebot haben, verringert sich jetzt naturgemäß, da nur ein kleiner Teil unserer heimischen Apfelsorten bis ins Frühjahr hinein hält. 

  • Gut hat sich in diesem Jahr die Sorte Brettacher gehalten – erfrischend mildsäuerlich. Was in Norddeutschland früher der Ontario war, war in Süddeutschland der Brettacher. Gedeihen tut die Sorte aber auch bei uns. Die Bäume sind sehr robust, sollten allerdings einen sonnigen Standort haben.
  • Eine größere Menge haben wir noch vom Glockenapfel (vollständiger Name: Weißer Winterglockenapfel), Geschmacklich bzw. vom Aroma sicherlich eine der lohnendsten Sorten. Allerdings ist die Sorten anfällig für Apfelschorf und Regenflecken und der relativ regenreiche Sommer hat massive Spuren auf den Früchten hinterlassen. Beides beeinträchtigt zwar nicht den Geschmack, aber das meiste, was wir jetzt noch von der Sorte vorrätig haben, können wir nur noch als ‚zweite Wahl‘ zum reduzierten Preis verkaufen. 
  • Ebenfalls vorwiegend säuerlich (aber mit einer leicht herben Note): die Graue französische Renette, von der wir jetzt die letzten Kisten anbrechen. Wie die meisten grauen Renetten waren ihre Früchte in diesem Jahr trotz der regenreichen Witterung frei von Schorf und Regenflecken.
  • Unser Angebot süßer Sorten reduziert sich zum Frühjahr hin auf die Sorten Melrose (honigartig mildsüß) und Pilot (kleinfrüchtig, aromatisch). Ab dem heutigen Freitag bieten wir zusätzlich auch noch die Sorte Topaz an, die wir regional zugekauft haben.
  • Zu günstigerem Preis bieten wir noch die Sorten Rheinischer Bohnapfel, Stina Lohmann und Wöbers Rambur an. Der letztere hat in diesem Jahr nicht so gut durchgehalten wie in anderen Jahren und wir mussten viel aussortieren. Leider variiert das Lagerverhalten bei einzelnen Sorten von Jahr zu Jahr etwas, das lässt sich nie 100%ig vorhersagen. Was die Sorte Wöbers Rambur betrifft (eine eigentlich in Unterfranken beheimatete robuste Streuobstsorte), muss es in den 1950er Jahren einen Gärtner in Bielefeld gegeben haben, der die Sorte propagiert und verbreitet hat, denn sie kommt in Bielefeld noch häufiger auf alten Bäumen in Hausgärten vor. 
  • Aus eigenem Anbau folgen ansonsten noch die süßsäuerliche Sorte Baldwin (eine alte amerikanische Sorte, von der in den 1920er Jahren ganze Schiffsladungen aus den USA den deutschen Obstmarkt überschwemmten) sowie der mildsäuerliche Ontario – leider in diesem Jahr auch stark mit Regenflecken. 

Das Verflixte an den Regenflecken ist ja leider, dass sie auf dem Lager noch wachsen können, wenn die Luftfeuchtigkeit im Kühllager hoch eingestellt wird. Andererseits muss die Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung von Äpfeln eher hoch sein, weil sonst die Äpfel schneller ihren Saft verlieren und welken. 

II. Streuobst-Getränke: Aufgrund der im letzten Herbst im Streuobst in Westfalen weitgehend ausgefallenen Birnenernte ist inzwischen auch unser Vorrat an Apfel-Birnen-Saft zuende gegangen. Zur Auswahl stehen jetzt neben Apfelsaft noch unser Apfel-Quitten-Saft, eine begrenzte Menge Apfel-Birne-Quitte-Dreifruchtmischung sowie Apfel-Mango-Saft. 

Ab nächsten Freitag (11.4.) haben wir wieder den beliebten White Cider im Angebot. Die Äpfel für den Cider stammen aus den Streuobstflächen der Gemeinde Ottenhausen (bei Steinheim/Ostwestfalen), mit der wir sozusagen partnerschaftlich verbandelt sind. Ottenhausen wurde in den 1990er Jahre mit dem Bundespreis Ökologisches Dorf ausgezeichnet und der dortige Heimatverein engagiert sich in vorbildlicher Weise für ein ökologisches Dorfumfeld, pflanzt Hecken und zahlreichen Obstwiesen und Obstalleen an den Feldwegen des Ortes. Dort schneiden wir schon seit 15 Jahren die Obstbäume und bekommen im Herbst auch Streuobstäpfel für unseren Apfelsaft. 

III. Obstbäume: Aus unserer Baumverkaufs-Aktion im Februar sind noch ein paar Birnen-Halbstämme übrig geblieben (sowie Einzelstücke von Pflaume, Apfel und Kirsche). Wer Interesse hat, melde sich unter alte-apfelsorten@web.de.

IV. Obstbaumschnitt-Vorführung: Unser Angebot einer 2 1/2-stündigen Obstbaumschnitt-Vorführung haben wir wegen Krankheitsfällen leider mehrfach verschieben müssen. Die Schnitt-Vorführung findet jetzt am Samstag 12.4. um 10 Uhr hier am Obst-Arboretum in der Dornberger Straße 197 statt. Der Teilnahmebeitrag beträgt 15.- €. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung zwingend erforderlich (per E-mail unter alte-obstsorten@web.de, bitte mit dem Betreff ‚Obstbaumschnitt-Vorführung‘). Solange von unserer Seite keine Absage per Mail erfolgt, gilt die Anmeldung als bestätigt. Bitte beachten: Hier am Hof steht nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung. 

V. Gentechnik im Essen? 

Nach den neuesten Beschlüssen des Ministerrats der EU wächst die Gefahr, dass die Büchse der Pandora für eine unkontrollierte Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) geöffnet wird. Nicht einmal die Kennzeichnung von GVO-haltigen Lebensmitteln wäre mehr gesichert. Naturschutz- und Bio-Verbände protestieren ebenso wie die Verbände der ökologischen Lebensmittelwirtschaft. Infos u.a. hier: 
https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/neue-gentechnik-massive-kritik-an-der-ratsposition

Viel wird davon abhängen, welche Position Deutschland zukünftig mit der schwarz-roten Koalition einnimmt. 

Die Bio-Bäuerin Barbara Endraß ruft über die Plattform we-act dazu auf, Protest-Mails zu senden. Nähere Info hier: 

Liebe Unterzeichner*in der WeAct-Petition “Kennzeichnung und Regulierung aller Gentechnik-Pflanzen erhalten“: Jetzt ist es passiert: Der EU-Rat hat der Abschaffung der Gentechnik-Standards zugestimmt, mit einer knappen Mehrheit. Die Ratsposition ähnelt dem Ausgangsvorschlag der EU-Kommission: Beide wollen alle geltenden Standards für die allermeisten neuen Gentechnik-Pflanzen abschaffen. Kennzeichnung und Risikoprüfung soll es für Pflanzen aus neuer Gentechnik einfach nicht mehr geben – unfassbar. 
Deshalb müssen die EU-Abgeordneten jetzt standhaft bleiben! Sie dürfen das Gesetz nur dann akzeptieren, wenn es Kennzeichnung, Vorsorgeprinzip und Verbot von Patenten auf Pflanzen&Tiere berücksichtigt!
Diese zwei Dinge könnt ihr jetzt tun, um gentechnikfreies Essen zu retten:
💻 Schreibt eine Email an die Koalitions-Verhandler*innen: https://www.bioland.de/keine-gentechnik 🏞️ Schreibt eine Postkarte an den Vorsitzenden der EVP-Fraktion Manfred Weber im Europäischen Parlament:  https://www.demeter.de/gentechnik/aktion Das Europäische Parlament hat in seiner Abstimmung die Kennzeichnung vom Acker bis zum Teller gefordert sowie die Abschaffung von Patenten auf Saatgut und Pflanzen.  Nur mit der umfassenden Kennzeichnung und wirksamen Schutzmöglichkeiten für die gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung und die Umwelt kann die Wahlfreiheit für Verbraucher*innen, aber auch Bäuer*innen erhalten bleiben. Auch die neue Bundesregierung muss die Wahlfreiheit schützen und dafür sorgen, dass die ökologische und konventionell gentechnikfreie Produktion gesichert wird. Das geht nur mit wirksamen Koexistenzmaßnahmen und Rückverfolgbarkeit auf allen Ebenen.In den nächsten Wochen wird der sogenannte Trilog starten. Dort verhandeln Europaparlament, EU-Kommission und Rat und versuchen ihre unterschiedlichen Meinungen zu einem gemeinsamen Text zu vereinen. Am Ende wird über diesen veränderten Gesetzesvorschlag von Rat und Europaparlament abgestimmt. Darum ist es so wichtig, JETZT nochmal laut zu werden.
Danke für eure Unterstützung, Barbara Endraß

Herzliche Grüße
Hans-Joachim Bannier

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  Liebe Obst-Interessierte,

wir möchten Sie/Euch auf die drei im ‚Betreff‘ genannten Angebote der nächsten Zeit hinweisen. 

I. Vorstellung unserer neuen Züchtungsapfelsorte am Freitag 14.2. (12-19 Uhr im Hofladen): 

Auf unseren Führungen im Herbst durch die Sortenpflanzung des Obst-Arboretums zeigen wir jedes Jahr aufs neue das Drama der „modernen“ im Supermarkt erhältlichen Apfelsorten auf: 

Im Gegensatz zu manchen robusten „alten“ Sorten gleicht der Anbau der modernen Sorten im heutigen Obstbau dem einer Intensivstation im Krankenhaus: Wenn man sie nicht permanent „medikamentös behandelt“ (sprich regelmäßig mit diversen Spritzmitteln traktiert) und die Obstanlage von jeglichen Pilzsporen „sauber“ hält, würden die modernen Apfelsorten mit ihrer hohen Krankheitsanfälligkeit keineswegs so makellos aussehen wie man sie aus dem Supermarkt kennt. Das allein ist ja auch der Grund, warum wir in unserem Hofladen zu 90 % alte Sorten verkaufen, die von Natur aus weit robuster sind als die heutigen Marktsorten. 

Gleichzeitig sind wir seit über 10 Jahren an einer bundesweiten Züchtungs-Initiative beteiligt (bzw. haben sie selbst mit gegründet), der es darum geht, auch neue Sorten zu züchten, die gleichzeitig die Anforderungen des Großhandels und des Publikumsgeschmacks erfüllen und gute Erträge liefern, aber auch nachhaltig robust sein sollen wie wir es von vielen „alten“ Sorten gewohnt sind. Wer sich mit Züchtung beschäftigt hat, weiß, dass das keine leichte Aufgabe ist. 

Umso mehr freuen wir uns, dass wir endlich eine Sorte „in der Pipeline“ haben, die unseren Zielen (aus unserer Sicht) „verdächtig nahe“ kommt und die jetzt auf mehreren Öko-Obsthöfen in einen kleinen Probeanbau gehen soll. Aber entscheidend ist letztlich auch natürlich das Urteil derer, die sich entscheiden, ob ihnen der Apfel schmeckt oder nicht schmeckt. Aus diesem Grund möchten wir unsere neue Apfelsorte am kommenden Freitag im Hofladen (12-19 Uhr) vorstellen und zur Verkostung anbieten. Damit am Freitag alle Kunden an der Verkostung teilnehmen können (auch noch die abends kommenden) und wir aber nur über eine begrenzte Menge verfügen, werden wir den Verkauf dieser Sorte pro Kunde/Kundin zunächst auf je 1 kg begrenzen. 

Wir freuen uns auf rege Teilnahme! 

II. Apfelbaum-Verkaufsaktion am Samstag 1. März hier am Obst-Arboretum:

Wie im letzten Jahr bieten wir auch in diesem Jahr eine begrenzte Menge (!) Obst-Hochstämme und Obstbüsche zum Verkauf an, die größtenteils von unserem Partnerbetrieb Bannier/Görlitz/Richelshagen GbR in Witzenhausen stammen. Wenn Sie Interesse an einer der im folgenden genannten Apfel-, Birnen- oder Pflaumensorten haben oder bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Robert Görlitz (apfelvielfalt@posteo.de oder SMS an 0176-38213371 ) und nennen Sie Ihre Sortenwünsche.

1. Äpfel: 

Hochstämme (Stammhöhe: 1,60m-2,10m; Unterlage: Bittenfelder Sämling)

Alle Bäume sind auf ca. 30cm veredelt, die jeweiligen Sorten bilden die Stämme. Alle Bäume weisen einen Trieb von 30 – 100cm auf. Aufgrund der Vitalität ist eine Schädigung der Wurzeln durch Wühlmäuse unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich auszuschließen. Im Fall von Wurzelschäden bekommen sie einen Rabatt auf den Baum oder wir versuchen vor Ort eine alternative Sorte zu finden.

Sorte: Edelborsdorfer, Berlepsch, Ontario, Prinz Albrecht v Preußen, Westf. Gülderling, Prinzenapfel

Büsche für den Hausgarten (Stammhöhe 1m – 1,60; Unterlage: M7/M25)

Alle Bäume weisen einen Trieb von 30 – 100cm auf. Aufgrund der Vitalität ist eine Schädigung der Wurzeln durch Wühlmäuse unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich auszuschließen. Im Fall von Wurzelschäden bekommen sie einen Rabatt auf den Baum oder wir versuchen vor Ort eine alternative Sorte zu finden.

Sorte: Holsteiner Cox (M7), Ontario (M7), Martens (M7), Berlepsch (M7), Finkenwerder Herbstprinz (M7), Alkmene (M7/M25), Prinzenapfel (M25), Seestermüher Zitronenapfel (M25)

2. Pflaumen/Zwetschgen:

Hochstämme (Stammhöhe: 1,60m-2,10m; Unterlage: Myrobalane+ Brompton-Stammbildner)

Alle Bäume weisen einen Trieb von 30 – 100cm auf.

Sorte:Große grüne Reneklode, Rudolphspflaume, Pfirsichpflaume, Seneca, Lyon Apricot, Rivers Frühe plus ein paar unbekannte Sorten (Etikett verloren gegangen)

Büsche für den Hausgarten (Stammhöhe 1m – 1,60; Unterlage: Brompton)

Alle Bäume weisen einen Trieb von 30 – 100cm auf. 

Sorte: Löhrpflaume, Mirabelle v. Flotow, Rudolphpflaume, Tipala, Pfirsichpflaume plus ein paar unbekannte Sorten (Etikett verloren gegangen).

3. Birnen:

Einige Büsche für den Hausgarten (auf Pyrodwarf oder Quitte, Stammhöhe 1 m bis 1,60) plus einige wenige Hochstämme (auf Sämlingsunterlage), Stammhöhe 1,80:

Hier bieten wir einige Einzelstücke z.T. seltener Birnensorten an, die ursprünglich für unser 2022-2024 angelegtes Birnensorten-Arboretum vorgesehen waren, dort aber jetzt nicht als „Doubletten“ gebraucht werden. Dabei handelt es sich nur zum Teil um typische Tafelapfelsorten, zum Teil aber auch um gesund wachsende Wirtschaftsbirnen, deren Früchte zur Erntezeit noch Bitterstoffe enthalten und die z.T. hervorragend zur Verarbeitung geeignet sind (und deren Früchte im Lauf der Lagerung ihre Bitterstoffe etwas abbauen, so dass man die Früchte später z.T. auch direkt essen kann. Bei den meisten von uns abzugebenden Sorten handelt es sich um seltene Sorten, deren Nennung den meisten kaum weiterhilft (bei ein paar der Büsche sind auch die Etiketten verloren gegangen, diese gibt es zum vergünstten Preis). 

III. Obstbaumschnitt-Vorführung

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder eine Obstbaumschnitt-Vorführung hier auf dem Gelände des Obst-Arboretums anbieten. Der ursprünglich dafür vorgesehene Termin am kommenden Wochenende wird allerdings wegen der zu erwartenden Frost-Temperaturen verschoben (vermutlich dann erst – wie im letzten Jahr – Ende März/Anfang April). Seine Obstbäume kann man getrost auch danach noch schneiden. 

IV. Zu guter Letzt: ‚Gedanken zur Zeit‘

Auch wenn unser Thema in erster Linie die ökologische Landwirtschaft ist, so mache ich mir in den letzten Monaten und Jahren zunehmend Sorgen um einen fundamentalen Abbau ökologischen Denkens in der Gesellschaft (im Sinne von ‚Denken in Zusammenhängen‘) sowie gleichzeitig eine extreme (und Demokratie schädigende) Polarisierung und Vereinfachung der politischen Debatte – und das leider auf allen Seiten der politischen Landschaft. 

Wenn mich nicht alles täuscht, hat die gesellschaftliche Polarisierung insbesonder in der Corona-Pandemie stark zugenommen. Das verwundert nicht, denn die seinerzeit herrschende Panik, die weite Teile der Politik und der Bevölkerung erfasst hatte, wirkte als Treibmittel einer Polarisierung und als Treibmittel oft irrationaler Entscheidungen. Eigentümlicherweise ist in der gesamten 3 Jahren Corona-Pandemie die wichtigste – und einzig ökologisch fundierte – Debatte NIE geführt worden: nämlich die, wie man das Immunsystem des Menschen stärken könne (oder auch umgekehrt das Nachdenken darüber, warum viele Menschen trotz Corona-Infektion nicht oder nur geringfügig erkrankten). Wie groß ist die Rolle des Erregers, wenn Menschen erkranken, und wie groß die Rolle des Nährbodens (des Immunsystems)? 

In der Pandemie haben sich in der medialen und politischen Öffentlichkeit in nie gekanntem Ausmaß allein diejenigen durchgesetzt, die den Blick allein auf das (in Tests nachweisbare) Virus bzw. die Indizenzzahlen und die Impfung als Allheilmittel gerichtet haben. Andere Stimmen – wie z.B. die der Aerosolforscher oder vieler kritischer Ärzte – wurden konsequent an die Seite geschoben und überhört (manche beschweren sich heute bitterlich, z.B.  https://www.nordkurier.de/regional/uckermark/arzt-dr-joerg-heiner-moeller-zu-corona-impfungen-ich-will-endlich-handschellen-klicken-hoeren-3274928?sfnsn=scwspmo ). Dass zu Beginn der Pandemie in vielen Ländern Europas der Antibiotika-Einsatz stark nach oben ging (obwohl diese gegen Viren nicht helfen, aber im Gegenzug den Darm und damit das menschliche Immunsystem stark schädigen können), ist nie auch nur ansatzweise diskutiert worden. Zu einem ganzheitlichen, ökologisch orientierten Ansatz hätte diese Diskussion jedoch gehört, und damit uns bei der nächsten Pandemie nicht wieder dasselbe blüht, müssten alle Stimmen gehört und müsste allen Lösungsansätzen nachgeforscht werden (wie auch der des in dem Link zu Wort kommenden bayerischen Arztes). 

Welche Kurz- und Langzeitwirkung es auf Kinder gehabt hat, denen man beigebracht hat, dass sie untereinander Abstand halten müssen, um sich (oder die anderen) nicht anzustecken (obwohl die Kinder selbst ja gar nicht gefährdet waren!), mag man sich gar nicht ausmalen. Ebensowenig möchte man sich ausmalen, welche Wirkung diese Zeit auf ihre mentale Verfassung und ihr Immunsystem hatte. 

Und welche Wirkung hatte es auf die eher aus dem ökologischen, naturkundlichen und gesundheitsbewussten Denken motivierten Kritiker der damaligen Pandemiepolitik, in den Medien und der Politik wahlweise als Corona-Leugner, Schwurbler, Querdenker oder Verschwörungstheoretiker beschimpft und teils gar mit Rechtsradikalen in einen Topf geworfen zu werden?  [‚Quer‘ denken hatte bis dato eigentlich als eine herausragende intellektuelle Eigenschaft gegolten…]. Muss man sich darüber wundern, dass manche in dieser Zeit ihr Vertrauen in die etablierten Medien generell verloren haben und sich in soziale Medien geflüchtet haben und einzelne gar ganz rechts bei denen gelandet sind, mit denen sie öffentlich permanent in einen Topf geworfen wurden?

Die vernünftigen Kräfte in der Politik, die – wie z.B. Armin Laschet von der CDU – eine offene Aufarbeitung der Pandemie-Politik befürworten, sind leider – parteiübergreifend – nur wenige.

Mit dem Ukraine-Krieg und dem Geschehen in Nahost haben wir inzwischen gleich zwei neue politische „Baustellen“, bei denen im politischen und medialen Raum Schwarz-Weiß-Denken dominiert und komplexes Denken in historischen Zusammenhängen verpönt ist. In der medialen Berichterstattung des Ukraine-Krieges scheint es nur noch darum zu gehen, wer diesen Krieg militärisch gewinnen muss und wer ihn nicht gewinnen darf, so als ginge es um ein Fußballspiel und nicht um einen Krieg, in dem bereits über 100 000 Menschen gestorben und jeden Tag weitere Hunderte sterben. 

Die gestiegene Verantwortung Deutschlands auf dem internationalen Parkett wird, so scheint es, von vielen Politikern nur an der Höhe von Waffenlieferungen gemessen (und nicht an der Rolle bei diplomatischen Initiativen zum Ausloten tragfähiger Friedensordnungen sowie zum Beenden des täglichen gegenseitigen Abschlachtens). Wer über den Krieg und seine Vorgeschichte eine kritische Debatte beginnt, wird öffentlich als ‚Russlandversteher‘ oder ‚Putinversteher‘ gebrandmarkt und medial geächtet (was, bitte schön, ist daran verkehrt, dass man auch mal die Argumente und Ängste des politischen Gegners zu verstehen versucht? Verstehen muss ja nicht „Verständnis haben“ bedeuten!)

Niemand bringt das in Sachen Ukraine-Krieg besser auf den Punkt als die langjährige Russland-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz (z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=i3aiRII8pK8 ). 

Das fein säuberliche Einteilen der Welt in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse findet seinen Höhepunkt im Regierungshandeln Deutschland sowie in der medialen Diskussion bezüglich des eskalierenden Israel-Palästina-Konflikts. Die zweifellos richtige historische Verantwortung Deutschlands für Israel und das Judentum kann doch nicht darin münden, dass man heute eine dortige Regierung militärisch und rhetorisch unterstützt, die ihrerseits ihrerseits offen rassistisch redet und handelt und – mit dem Argument der ‚Selbstverteidigung‘ – ganze Städte in Schutt und Asche verwandelt, palestinenschen Bauern ihre Olivenbäume abhackt und ihr Land vernichtet und ein ganzes Volk ins nackte Elend stürzt.

Selbst das Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, dass das israelische Vorgehen gegen das Völkerrecht verstößt (dem hat interessanterweise auch der israelische Vertreter im IGH zugestimmt!), hält die Bundesregierung nicht davon ab, weiter Waffen nach Israel zu genehmigen (und wer das Vorgehen der israelischen Regierung als ‚Völkermord‘ bezeichnet, läuft Gefahr, als ‚Antisemit‘ gebrandmarkt zu werden). Was glauben wir wohl, wie die deutsche Haltung im Rest der Welt wahrgenommen wird? Als Verteidigerin der Demokratie?  Lösungen im Palästinakonflikt können – genauso wie in der Ukraine – nur gefunden werden, wenn man die gesamte Historie des Konflikts versteht und die Interessen aller im Grundsatz achtet – und nicht mit schlichten Einteilungen in Gut und Böse (auch hier einmal jemand, der mal versucht, auch die andere Seite zu sehen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=123626https://www.youtube.com/watch?v=i3aiRII ).

Und auch in der Migrationsdebatte, die die Gesellschaft derzeit umtreibt und polarisiert und in der um Humanität und Menschenrechte gestritten wird, fehlt merkwürdigerweise ein entscheidender Aspekt, was die Ursachen der Fluchtbewegungen betrifft. Gerade wenn von bestimmter Seite gesagt wird, dass es sich bei vielen (insbesondere afrikanischen) Flüchtlingen „nur“ um Wirtschaftsflüchtlinge handele, sollte man sich doch mit den Ursachen der wirtschaftlichen Not befassen. Die liegt keineswegs nur an irgendwelchen Diktatoren, die sich auf Volkes Kosten bereichern, sondern auch an unserer (deutschen, europäischen) Landwirtschafts- und Exportpolitik. Bei uns mit Steuergeldern geförderte und nach Afrika exportierte Landwirtschaftsprodukte bzw. Lebensmittel zerstören in manchen afrikanischen Ländern die Existenz der Kleinbauern und der Subsistenz-Landwirtschaft (siehe z.B. https://www.globale-landwirtschaft.de/fact-sheets/beispiel-fact-sheet5/ ). So heizen wir selbst die Flüchtlingsströme an, die von den einen jetzt mehr, von den anderen weniger als Bedrohung empfunden werden. [Diejenigen, die eine Abschottung gegen Flüchtlinge fordern, müssten eigentlich genau viel Interesse an der Bekämpfung dieser Fluchtursachen haben wie diejenigen, die aus humanitären Gründen die Tür für Flüchtlinge offen halten.] 

Das politische Parkett scheint gehörig durcheinander gewirbelt: Da inszeniert sich die AfD als Partei, die den Ukrainekrieg auf dem Verhandlungsweg statt auf dem Schlachtfeld beenden will (und erhält Millionenspenden von Leuten, die ihre Spenden mit dem Wunsch nach Beendigung des Ukrainekrieges begründen!), während sie in Sachen Klimapolitik Amok läuft und ihr Vorbild und Verbündeter Donald Trump gerade zeigt, dass ihm das Völkerrecht (siehe Grönland, Panamakanal, „Gaza-Riviera“) mindestens genauso egal ist wie dem russischen Präsidenten. 

Da scheinen die GRÜNEN auf der einen Seite die einzigen, die das Thema Klimapolitik und für Förderung der Ökologischen Landwirtschaft auf der Agenda haben und diesbezüglich „die Welt retten“ wollen (eine interessante und augenscheinlich sachkundige Analyse der Energiepolitik der verschiedenen Parteien mit ihren Vor- und Nachteilen findet sich hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=127923 ). Andererseits setzen die GrÜNEN (zusammen mit FDP und CDU) auf eine milliardenschwere Aufrüstung in der Ukraine, treiben in der Debatte den (etwas zögerlicheren) Kanzler vor sich her (in dessen SPD sich vielleicht der ein oder die andere noch an Willi Brandts Ostpolitik erinnert) und wollen die „westlichen Werte“ militärisch in der Ukraine verteidigen, was – ganz nebenbei – dort neben den riesigen menschlichen Opfern auch zahlreiche ökologische Kollateralschäden verursacht. Und es bleibt ausgerechnet einem ehemaligen Brigadegeneral der Bundeswehr (und CDU-Mitglie) vorbehalten, auch mal kritisch darauf hinzuweisen, dass der völkerrechtswidrige amerikanische Krieg im Irak seinerzeit weit mehr Todesopfer unter Zivilisten gefordert hat als der jetzige Ukrainekrieg seitens der russischen Armee (der das öffentlich sagte, ist Erich Vad – einst militärpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel – nicht, um das russische Vorgehen zu rechtfertigen, sondern um unsere – manchmal selbstgerechte und ignorante – Perspektive etwas zu erweitern). 

In der Corona-Politik wiederum warenn die GRÜNE, SPD und CDU hundertprozentig auf Pharma-Kurs und befürworteten – jeder auf seine Weise – eine staatlich verordnete Zwangsimpfung, während sich dagegen sowohl bei der AfD als auch bei der FDP und der LINKEN Widerstand regte (und es auch bei der CSU in Oberbayern gegenüber der offiziellen Politik rumorte). Derweil prügelte die autonome Anitfa-Linke in Leipzig und anderen Städten auf Querdenker-Demos ein, in dem festen Glauben, dass das ja alles Rechtsradikale seien. 

Verrückte Welt, in der manchmal merkwürdige Koalitionen entstehen und in der die politischen Koordinaten nicht mehr so klar verteilt zu sein scheinen wie das in den 1970er oder 1980er Jahren zu sein schien. Manche politisch denkende Menschen haben sich auch einfach zurückgezogen und positionieren sich nicht mehr öffentlich, weil sie sich dem polarisierten ‚Bashing‘ nicht aussetzen wollen. Andere fühlen sich – was ihre ‚politische Heimat‘ betrifft – in dem jetzigen politischen Koordinatensystem nirgendwo mehr zuhause und eher vereinsamt. Für die demokratische Kultur ist das mit Sicherheit nicht vorteilhaft. 

Vielleicht bräuchte es einfach mal wieder offene Gesprächskreise, wo man sich nicht nur in den eigenen „Blasen“ bewegt. Wer sich angesprochen fühlt und an so etwas (lokal in Bielefeld) Interesse hat, melde sich ggf. einfach mal per E-mail.

Und bei allen, die finden, dass wir doch bitte unsere obstbauliche Fachkompetenz nicht verlassen bzw. überschreiten sollten, entschuldige ich mich schon mal dafür, dass ich hier einmal nicht „an mich halten“ konnte. Es ist niemand gezwungen, das zu lesen…  😄

Herzliche Grüße

Hans-Joachim Bannier